Stammapostelgottesdienst am 21. August 2005 in Stendal

Der Gottesdienst mit Stammapostel Wilhelm Leber in der Kirche Stendal war für die Gaubensgeschwister des Bezirkes Stendal ein besonderer Höhepunkt. Da alle in der großen Kirche Platz fanden, konnten sie das Dienen des Stammapostels und der mitdienenden Apostel direkt erleben. Die Gemeinden in Mitteldeutschland, Belarus und Polen waren per Bild und Ton angeschlossen.

Textwort: Jakobus 5,8

"Seid auch ihr geduldig und stärkt eure Herzen; denn das Kommen des Herrn ist nahe."

Kerngedanken aus dem Dienen des Stammapostels:

Zwei Jünger von Johannes dem Täufer gingen dem Herrn nach und fragten ihn: Wo ist deine Herberge? Jesus gab keine langatmige Erklärung, sondern antwortete ganz einfach: Kommt und seht! Diese Antwort ist auch heute noch ein probates Rezept, wenn wir nach unserem Glauben gefragt werden.

Wir alle wissen nicht, wann der Herr kommt. Aber die Überzeugung, dass sein Kommen nahe ist, ist und bleibt unser Lebensmotto. Das hat entsprechende Konsequenzen für unsere Lebensführung.

Wir sollen geduldig sein. Hier geht es nicht um die Geduld als Charaktereigenschaft, sondern um die Geduld, die aus dem Glauben kommt (vgl. Jakobus 1, 3). Die im Textwort angesprochene Geduld ist also eher als Ausdauer oder Beharrungsvermögen zu verstehen.

Einige biblische Beispiele verdeutlichen, wie wichtig es ist, an dem von Gott gesetzten Ziel beharrlich festzuhalten und auf seinen Wegen ausdauernd zu gehen:

  • Noah baute nach göttlichem Auftrag geduldig an der Arche. Ob dabei Geduld seine besondere Stärke war, wissen wir nicht. Noah stieß sicherlich auf Unverständnis in seiner Umgebung, vielleicht musste er sogar Hohn und Spott ertragen. Das hat ihn aber nicht von seinem Vorhaben abbringen können.
  • Obwohl er mit vielen Widerständen kämpfen musste, hielt Mose - selbst gewiss kein bequemer und vielleicht auch kein geduldiger Mensch - in großer Treue und Geduld an seinem Auftrag fest, das Volk Israel ins verheißene Land zu führen.
  • Als Jesus seine Jünger fragte, ob sie auch von ihm gehen wollten, antwortete Petrus: "Wohin sollten wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens." Er ging also ausdauernd seinen Weg.

Diese Männer haben Geduld aus dem Glauben heraus geübt; ihr Beispiel sei auch uns Verpflichtung,

  • uns nicht durch Unverständnis, eventuell sogar durch Hohn und Spott unserer Umgebung davon abbringen zu lassen, unseren Weg als Gotteskinder zu gehen,
  • treu zu bleiben und an dem einmal Erkannten festzuhalten,
  • beim Herrn zu bleiben, auch wenn wir nicht immer alles verstehen.

Wir wollen unsere Herzen stärken durch die enge Gemeinschaft mit dem Herrn im Gottesdienst, insbesondere im Heiligen Abendmahl, und im Gebet. Es gibt noch weitere konkrete Hinweise, wie wir zu einem starken Herzen kommen:

  • Das Bewusstsein des nahenden Kommens des Herrn stärkt ungemein. Dadurch gibt man seinem Leben eine eindeutige Richtung und befreit sich von allem Ballast.
  • Freude am Herrn macht die Herzen stark (vgl. Nehemia 8, 10); man gewinnt sie durch Mitarbeit in seinem Werk.
  • Man muss daran arbeiten, eigene Schwächen zu erkennen und abzubauen. Mancher liebt seine Bequemlichkeit und stellt alles andere hintan - eine Schwäche! Ein anderer nimmt sich keine Zeit für die Beschäftigung mit dem Wort Gottes - eine Schwäche! Weitere Schwächen können sein: Besserwisserei und Neigung zum Ärger.

Das "Stärken der Herzen" beschränkt sich nicht allein auf das ordinierte Amt, es ist vielmehr Zeichen des Anteilnehmens und -gebens, der Zugewandtheit der Geschwister zueinander. Wo dies gelebt wird, sind Gottes- und Nächstenliebe zu Hause.