Neuerungen, Fakten und Nachdenkliches –
Bezirksämterseminar in Magdeburg

Bezirksapostel Rüdiger Krause lud zum ersten Bezirksämterseminar für den gesamten Bereich Nord- und Ostdeutschland ein. Etwa 250 Bezirksämter mit Ehefrauen kamen am Wochenende von Freitag, 31. März, bis Sonntag, 2. April 2017, nach Magdeburg, um sich kennenzulernen und sich über die Seminarbeiträge auszutauschen. Die Beiträge umfassten neben wichtigen Fakten auch Informationen über Neuerungen und Änderungen.

Bereits am Freitagabend begannen die ersten Vorträge. Die Beiträge verdeutlichten, dass die Fusion im Juni 2016 in vielen Bereichen nicht nur strukturelle Veränderungen erforderlich machte, sondern wichtige und positive Entwicklungen anregte.

Entscheidungen der Bezirksapostelversammlung

Bezirksapostel Krause stellte den Bezirksämtern einige Entscheidungen aus der europäischen Bezirksapostelversammlung vor, die Ende vorigen Monats stattgefunden hatte:

Bereits in diesem Jahr erfolgt eine neue Regelung zum Gottesdienst am Jahresabschluss und -auftakt. Der 31. Dezember und der 1. Januar gelten nicht als christliche Feiertage, sodass der Sonntag weiterhin im Vordergrund stehe, erklärte der Bezirksapostel. Der letzte Gottesdienst zum Jahresabschluss wird an einem Sonntag stattfinden. Fällt Weihnachten auf einen Samstag oder Sonntag, findet der Gottesdienst zum Jahresabschluss nur in diesen Ausnahmen wie bisher, am 31. Dezember statt. Dies vermeidet die thematische Vermischung des christlichen Festtags und des Jahresabschluss. Der Gottesdienst zum neuen Jahr findet am ersten Sonntag des Jahres statt.

Zwei weitere Entscheidungen konnten mitgeteilt werden: Im November 2016 fand der Gottesdienst für Entschlafene statt, zu welchem mit zentral bereitgestellten Informationsmaterialien eingeladen wurde. Der Erfolg dieser Aktion spiegelte sich sowohl in den gesteigerten Besucherzahlen als auch in den direkten Rückmeldungen der Gemeindemitglieder wieder. Eine weitere positive Entscheidung betrifft die Neueinführung von geistlicher Musikliteratur für das Kleinkindalter, welches erarbeitet wurde.

Die Zukunft der Kirchenmusik

Priester Gerrit Junge, Leiter der neuen Abteilung Kirchenmusik, stellte das Team und dessen Aufgabenfelder vor. Die neue Abteilung behandelt unter anderem die Themen Orgelbau, Vermittlung und Vernetzung der Musiker, GEMA-Meldungen, Musikförderung und die Anschaffung und Verwaltung von Instrumenten und Musikliteratur. Sämtliche Anliegen und Anfragen können nun über die Kontaktadresse kirchenmusik@nak-nordost.de versendet werden.

Ein zentrales Thema der Abteilung ist die zukünftige Gestaltung der Musik im Gottesdienst: Die musikalischen Möglichkeiten sollen gefördert und genutzt werden. Dazu gehört eine verbesserte musikalische Vorbereitung, die beispielsweise den Informationsfluss zwischen Dienstleister und Orgelspieler betrifft. Allen musikalischen Beiträgen sei dabei vorangestellt: Musik im Gottesdienst dient der Verkündigung des Evangeliums.

Eine weitere Neuerung betrifft die temporäre Beschaffung von Musikliteratur. In diesem Jahr entstehen zwei analoge Notenbibliotheken in Hannover-Süd sowie Taucha und ermöglichen die Versorgung mit Notenmaterialien per Fernleihe.

Fortbildung der Amtsträger

Apostel Dirk Schulz berichtete über den Bereich Aus- und Fortbildung für Amtsträger. Hirte Jürgen Jegminat, Mitarbeiter der Kirchenverwaltung in Hamburg, ist zukünftig mit der Koordination beauftragt. Gemeinsam mit Apostel Helge Mutschler und einer Arbeitsgruppe von acht bis zehn Personen werden neue Konzepte erarbeitet und eingeführt.

Eines dieser neuen Konzepte ist das geplante Mentoring-Programm. Kürzlich ordinierte Amtsträger sollen zu Beginn ihrer neuen Tätigkeit begleitet werden und von den Erfahrungen ihrer Mentoren und Dozenten profitieren. Vor allem Amtsträger in Ruhe könnten ihren Erfahrungsschatz weitergeben und gleichzeitig eine Nähe zu ihren Mentees aufbauen.

Trauerbegleitung

Ein Seminarbeitrag zum emotionalen wie sensiblen Thema Trauerbegleitung, erfolgte durch die Referentinnen Leonore Matouschek und Anja Dose. Das Empfinden von Trauer, nach Verlust und Tod, sei ein individueller Prozess des Erlebens und benötige, neben der Seelsorge durch Amtsträger, bei Bedarf eine langfristige Begleitung. TrauerbegleiterInnen müssten diesen individuellen Weg erkennen, um eine angemessene Unterstützung für Trauernde bieten zu können.

Geplant ist die Durchführung einer zunächst einmaligen Schulungsreihe an jeweils vier verschiedenen Standorten. Die Schulungen beschäftigen sich unter anderem mit dem „Zulassen von Trauer“, „Aktiven Zuhören“ und „Verstehen der Sprache von Trauernden“. Die Inhalte sind Anleitung in der Begleitung und Kommunikation mit Trauernden. Ziel ist eine möglichst flächendeckende Versorgung und Betreuung trauender Kirchenmitglieder.

Sozialprojekt Sudan

Seit etwa 20 Jahren werden – von Hannover aus gesteuert – Kirchenmitglieder im Süd-Sudan mit materiellen und finanziellen Mitteln versorgt. Bischof Dirk Hiddessen berichtete dem Plenum von der kritischen politischen Lage und den Schwierigkeiten der Versorgung mit externen Hilfeleistungen. Süd-Sudan gehört nach der Fusion im Juni 2016 offiziell nicht zu den betreuten Ländern der Gebietskirche. Dennoch wird finanzielle Unterstützung fortbestehen, um die bisher investierte Arbeit weiterhin zu sichern.

Rechte, Daten und Verordnungen

Sachlich verliefen die Beträge zum Datenschutz, Zeugnisverweigerungsrecht und zur Systematik der Gemeindeabrechnung. Priester i. R. Peter Tege erinnerte mit seinen Ausführungen zum Datenschutz an die Richtlinien und Regeln, die bei der Behandlung personenbezogener Informationen beachtet werden müssen. Referent Evangelist i. R. Werner Schulz klärte über die Problematiken und Unklarheiten zum Zeugnisverweigerungsrecht auf. Im Vortrag zur Systematik Gemeindeabrechnung ging Diakon Henry Strelow auf das geplante Pilotprojekt im Juni 2017 ein: Das in ehemals Mitteldeutschland verwendete System zur Gemeindeabrechnung erfährt ein Update und soll in Zukunft einheitlich in allen Bereichen eingesetzt werden.

Gemeinsamer Gottesdienst in Magdeburg-Süd

Am Sonntagmorgen besuchten alle Bezirksämter und Ehefrauen den Gottesdienst in der Gemeinde Magdeburg-Süd. Bezirksapostel Rüdiger Krause legte der Predigt 1.Timotheus 1,5 zugrunde: „Die Hauptsumme aller Unterweisung aber ist Liebe aus reinem Herzen und aus gutem Gewissen und aus ungefärbtem Glauben.“

Bezirksapostel Krause betonte, dass Wissen und Verstand nicht die Liebe ersetze und jeder sich dessen bewusst sein solle, welche Auswirkungen das eigene Tun, Handeln und Unterlassen für den Nächsten habe. Die Hauptsumme aller Unterweisungen könne als das Ziel aller Bemühungen verstanden werden, welches die Gläubigen, motiviert durch den Heiligen Geist, erreichen könnten.

Ein gutes Gewissen und ungefärbter Glaube

Das gute Gewissen beschrieb Bezirksapostel Krause als einen „inneren Gerichtshof“, der geschult werden müsse. Zunächst müsse das Wissen über die Gebote vorhanden sein, welches in allen Lebensbereichen Anwendung finden solle. Abschließend erfolge das Urteil oder die Entscheidung im Herzen. Ungefärbter Glaube bedeute das beständige Lieben und Bemühen, „um das Gebot des Herrn erfüllen zu können“, betonte der Bezirksapostel.

Im Rahmen des Gottesdienstes wurde sechs Kindern und einer Erwachsenen das Sakrament der Heiligen Versiegelung gespendet. Nach der Feier des Heiligen Abendmahls für Entschlafene bildete der große Chor, bestehend aus den Gemeindemitgliedern, Bezirksämtern und Ehefrauen, den musikalischen Abschluss des Gottesdienstes.