Dem Regen getrotzt!

Von Kriegsgeschrei, Trompeten und langem Herumlaufen
                                   oder:
„Hallo Problem. Ich habe einen sehr großen Gott!“

„Echt?“ Diese Frage wurde vom Ältesten Wiese gleich zu Beginn des Bezirksjugendgottesdienstes in Bad Bramstedt am 19.3.17 äußerst  lebhaft und sehr häufig gestellt.

„Echt? Du glaubst das was vom Altar gesagt wird? Echt Gott? Du hast mich wirklich lieb? Ist deine Wertschätzung mir gegenüber die ich meine zu spüren tatsächlich echt?“

Hintergrund dieser Frage nach der Echtheit der Dinge war die Frage vom Ältesten wie die jungen Christen der Bezirke Kiel und Hamburg-Nord trotz strömenden Regens in den Gottesdienst gekommen sind - und es hat richtig heftig geregnet.

Sind die Gefühle und Erwartungen an diesen Gottesdienst tatsächlich echt, oder tut man nur so weil man unter einem Zwang gekommen ist. Um den Dienst von Gott an uns  mit dem Herzen zu erfassen bedarf es der  Echtheit der Gefühle, denn sonst kommt in der Seele kaum etwas an.

Als Grundlage für diesen Gottesdienst in der wirklich sehr gut gefüllten Kirche, diente die Begebenheit aus Josua Kapitel 6, wo Krieger mit Hilfe von Kriegsgeschrei, Posaunenklängen und „tagelangem Herumlaufen um die Stadt Jericho“ - Originalton des Bez. Ältesten Wiese -  die Mauern zum Einsturz brachten.

„Stellt Euch einmal vor, man würde euch sagen ihr sollt sechs Tage lang schweigend einmal pro Tag um eine Stadt, die eingenommen werden soll, herumlaufen. Im Gepäck habt ihr auch immer die Bundeslade dabei.
 Am siebten Tag sollt ihr sogar sieben Mal um diese Stadt gehen und dann die letzte Runde mit lautem Kriegsgeschrei begleiten, damit die Mauern dieser Stadt einstürzen. Jeden, der so etwas von euch fordern würde,  würdet ihr - gelinde gesagt -  für äußerst merkwürdig halten, oder?“
Mit diesen Worten zeichnete Älteste Wiese ein Bild auf, das im ersten Moment zum Schmunzeln anregte.

Weiter führte er an:
„Die Mauern können auch für Verhältnisse stehen in denen wir uns befinden. Wir beten zu Gott, bitten um Veränderung und Hilfe und nichts passiert. Tagelang, wochenlang und länger flehen wir um Abhilfe, gehen also unseren Lebensweg. Die Krieger damals haben auch immer die Bundeslade, also die Gesetze Gottes, mit dabei gehabt. Heute haben wir auch die Möglichkeit Gott mit zu nehmen.
Wann die Mauern von Jericho einstürzten, lag in der Entscheidung Gottes.
Das ist heute nicht viel anders.
Wann sich deine und meine Verhältnisse ändern, entscheidet unser himmlischer Vater. Er bewahrt uns nicht vor unguten Dingen, auch wenn wir das gerne hätten.
Daniel musste in die Löwengrube hineingehen, davor hat Gott ihn nicht geschützt. In der Gefahr aber hat Gott einen Engel geschickt, der ihm das Leben gerettet hat.

Die drei Männer im Feuerofen wurden auch nicht geschont, denn sie mussten in den Ofen hineingehen. Im Ofen aber war ein Engel, der sie vor Schaden bewahrt hat.

Du und ich müssen in Situationen hinein die schwer sind, aber Gott ist dabei und führt uns da hindurch.“
Folgende sehr treffende Äußerung wurde vom Priester B. Renz getroffen:
Wir aüßern vor unserem himmlischen Vater diese Bitte, und das mit Recht.
„Lieber Gott hilf, ich habe sehr große Probleme.“

Wir könnten diesen Satz oder Gedanken aber auch umformulieren:
„Hallo Probleme! Ich habe einen sehr großen Gott!“

Das Abschlusslied wurde nicht wie gewohnt vom Chor vorgetragen, sondern es wurde kurzfristig und sehr schnell mit allen Anwesenden der vierstimmige  Kanon „ Du bist da wo Menschen leben“ eingeübt und fingerschnipsend verbunden mit viel Spaß gemeinsam gesungen.

Im Anschluss konnte noch die Gemeinschaft gepflegt und kräftig zugelangt werden. Viele fleißige Hände haben schon vor Beginn des Gottesdienstes die Tische mit mitgebrachten Salaten und anderen Leckereien gedeckt.

Habt ganz herzlichen Dank dafür.