Versöhnung –
Ein Ökumenischer Gottesdienst in Kiel

Am Sonntag, dem 22. Januar 2017 feierten norddeutsche Christen aus dem Raum Kiel gemeinsam einen Ökumenischen Gottesdienst in der St. Nikolai-Kirche in Kiel.

Die Neuapostolische Kirche des Bezirks Kiel, die seit dem 17. Mai 2016 mit einer Gastmitgliedschaft im ACK (Arbeitskreis Christlicher Kirchen) vertreten ist, beteiligte sich mit Gesang und Lesungen.

„Versöhnung – die Liebe Christi drängt uns (vgl. 2. Korinther 5, 14-20)“ war Motto dieser ökumenischen Veranstaltung. Der Projektchor der Neuapostolischen Kirche des Bezirks Kiel zog, den achtstimmigen Kanon „Shalom chaverim“ („Der Friede des Herrn geleite euch“) singend, vor den Liturgen in die Kirche ein.

„Lass uns in deinem Namen, Herr, die nötigen Schritte tun“ (EG 577) sang die Gemeinde vor den eröffnenden Worten einer Pastorin. Abwechselnd lasen die Liturgin und die Gemeinde die Verse des 98. Psalms vor.

Der Vorsitzende des ACK Kiel wies auf die Spaltungen innerhalb der christlichen Kirchen hin. Es seien Wunden entstanden, die zu einer trennenden Mauer zwischen den Kirchen geführt habe. Zwölf aus großen Kartons gestaltete „Steine der Schuld“ wurden vor dem Altarraum zu einer Mauer aufgetürmt. „Steine“ in dieser Mauer sind Verfolgung, Verleumdung, Lieblosigkeit, Hass und Verachtung, Diskriminierung, Trennung, Religionskriege, Intoleranz, zerbrochene Gemeinschaft, Selbstgenügsamkeit, Hochmut und Machtmissbrauch. Nach einem Augenblick der Stille bat die Person, die den jeweiligen „Stein“ nach vorn getragen hatte, um Vergebung. Die Gemeinde antwortete stets: „Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.“ Chor und Gemeinde begleiteten diese zu Herzen gehende Aktion mit dem Kyrieruf („Herr, erbarme dich unser“).

„Aus tiefer Not schrei ich zu dir“ (J. S. Bach) sangen die dreißig Sängerinnen und Sänger des Projektchors.

Nach dem Bekennen von Schuld folgte die Versöhnung: „Lasst euch mit Gott versöhnen – Gottes Wort hören“. Mitglieder verschiedener christlicher Gemeinden Kiels lasen aus Verse aus der Heiligen Schrift. Die Lesungen wurden von Gesängen der Gemeinde unterbrochen (u.a. „Ich will dich lieben, meine Stärke“).

Ein Pastor der Evangelischen Methodistischen Kirche Kiel hielt die Predigt.

Als Zeichen der Versöhnung wurden die Mauer abgetragen und die „Steine“ zu einem Kreuz angeordnet. Die Gemeinde stimmte als Versöhnungslied an: „So jemand spricht: “Ich liebe Gott“, und hasst doch seine Brüder, der treibt mit Gottes Wahrheit Spott und reißt sie ganz darnieder. Gott ist die Lieb und will, dass ich den Nächsten liebe gleich als mich.“ (EG 412). Nach dem Friedensgruß sang der Chor „Der Friede Gottes“ (NAK Chorbuch 197). Den Fürbitten folgte das gemeinsam gesprochene Gebet „Unser Vater“. Als Zeichen für Christus als das Licht der Welt wurden Kerzen um das Kreuz gestellt. „Das Licht Christi wirke Versöhnung in unseren Gedanken, Worten und Werken.“ Das waren die Worte der Pastorin bevor sie die ökumenische Veranstaltung mit dem Segen beendete.

Den musikalischen Schlusspunkt setzte der Projektchor mit der Komposition „Go forth into the world in peace“ von John Rutter.

Viele Gottesdienstbesucher nutzten anschließend die Gelegenheit zu einem gemeinsamen und herzlichen Gedankenaustausch über alle kirchlichen Grenzen hinweg.