Kirche

Die Neuapostolische Kirche (NAK) ist eine weltweit tätige christliche Kirche. Grundlage ihrer Lehre ist die Heilige Schrift. Sie ist mit etwa 345.000 Mitgliedern in Deutschland neben der Katholischen Kirche, der Evangelischen Kirche und den Orthodoxen Kirchen die viertgrößte christliche Kirche. Weltweit bekennen sich rund neun Millionen Christen zum neuapostolischen Glauben.

Teil der weltweiten Neuapostolischen Kirche

Die Neuapostolische Kirche Nord- und Ostdeutschland ist einer von 18 Bezirksapostelbereichen, die gemeinsam die weltweit wirkende Gesamtkirche bilden. Wie der Name schon sagt, werden diese Bereiche von Bezirksaposteln geleitet. Die Gesamtkirche steht unter der Leitung des Stammapostels als oberster geistlicher Instanz. Weitere selbständige Bezirksapostelbereiche in Deutschland sind: Berlin-Brandenburg, Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland, Nordrhein-Westfalen sowie Süddeutschland.

Neuapostolische Kirche Nord- und Ostddeutschland

Die Neuapostolische Kirche besitzt in allen deutschen Bundesländern den Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts (K.d.ö.R.). Kirchenpräsident und damit Leiter der Gebietskirche ist der amtierende Bezirksapostel, derzeit für Nord- und Ostdeutschland: Rüdiger Krause.

Die Neuapostolische Kirche Nord- und Ostdeutschland hat etwa 88.970 Mitglieder. Sie versammeln sich in mehr als 440 Gemeinden. Mehrere Gemeinden sind jeweils zu einem von insgesamt 41 Kirchenbezirken zusammengefasst. Rund 4.600 ehrenamtliche Amtsträger betreuen die Gemeindemitglieder. Damit steht durchschnittlich 18 Gläubigen ein Seelsorger zur Verfügung.

Die von Nord- und Ostdeutschland aus betreuten Gebiete sind: Dänemark, Estland, Finnland, Grönland, Großbritannien, Insel Man, Irland, Island, Norwegen, Polen und Schweden.

Struktur der Gebietskirche

Die Neuapostolische Kirche in Nord- und Ostdeutschland ist in rechtlich unselbstständige Bezirke unterteilt. Diese Kirchenbezirke werden von einem Bezirksvorsteher geleitet, der in der Regel das Amt eines Bezirksältesten trägt. Jeder Bezirk gehört zu einem Arbeitsbereich eines Apostels. Den Aposteln helfen bei der seelsorgerischen Betreuung ihres Arbeitsbereichs in erster Linie Bischöfe, Bezirksälteste und Bezirksevangelisten.

Das Zentrum des kirchlichen Lebens sind die Gemeinden. Mit ihrer Leitung werden vom Apostel Gemeindevorsteher beauftragt, die das Amt eines Hirten, eines Evangelisten oder eines Priesters tragen. Die Gemeindevorsteher werden von weiteren Priestern sowie Diakonen unterstützt.

Ehrenamtliche Seelsorger

Bis auf wenige hauptamtliche Amtsträger verrichten die Geistlichen der Neuapostolischen Kirche ihren Dienst ehrenamtlich, also ohne Bezahlung neben ihrem Beruf. Alle kirchlichen Handlungen und Segnungen, zum Beispiel Taufen, Trauungen oder Beerdigungen, werden unentgeltlich ausgeführt.

Den Schwerpunkt der kirchlichen Aktivitäten bilden die Gottesdienste und die persönliche Seelsorge. Daneben engagiert sich die Neuapostolische Kirche im Rahmen ihrer Möglichkeiten auch im sozialen Bereich.

Finanzierung

Die Neuapostolische Kirche finanziert sich durch freiwillige und anonyme Spenden ihrer Mitglieder. Sie erhebt keine Kirchensteuer oder sonstige Pflichtbeiträge von ihren Mitgliedern. Ob oder wie viel jemand spendet, wird nicht kontrolliert.

Die Kirche ist bestrebt, mit einem möglichst kleinen Verwaltungsapparat auszukommen. Der weitaus größte Teil der Einnahmen fließt in den Bau und Unterhalt der Kirchengebäude, kommt also unmittelbar wieder den einzelnen Gemeinden zugute. Auch für die Missionstätigkeit wird ein beträchtlicher Teil des Kirchenbudgets aufgewandt. Darüber hinaus erbringt die Kirche humanitäre Leistungen und unterstützt Hilfsaktionen in Katastrophenfällen. Die Kontrolle der kirchlichen Einnahmen und Ausgaben nehmen unabhängige Wirtschaftsprüfer vor.

Die Neuapostolische Kirche ist politisch neutral

Die Neuapostolische Kirche enthält sich politischer Stellungnahmen. Sie erwartet von ihren Gläubigen, die Gesetze ihres Landes und die staatsbürgerlichen Pflichten zu erfüllen, soweit göttliche Gesetze dem nicht entgegenstehen. Die Kirche legt Wert auf offene und vertrauensvolle Beziehungen zu Regierungen, Behörden und zur Öffentlichkeit.