Apostel Jörg Steinbrenner:
Austausch über
ökumenische Erfahrungen

„Das Kennenlernen anderer Konfessionen ist ein Vorteil für die Entwicklung des eigenen Glaubens“, so Bezirksapostel Rüdiger Krause am Dienstag, 30. Januar 2018, in einem Treffen der Ökumene-Beauftragten unter der Leitung von Apostel Jörg Steinbrenner.

Auch die Kirchenleitung der Neuapostolischen Kirche Nord- und Ostdeutschland ist sich ihrer Aufgabe innerhalb der Christenheit bewusst und steht der ökumenischen Bewegung offen gegenüber. Das Leitmotiv lautet: Einheit in versöhnter Verschiedenheit unter Wahrung der Identität der jeweiligen Kirche.

Aktiver Austausch über bisherige Erfahrungen

Apostel Jörg Steinbrenner ist seit vielen Jahren in der Ökumene der Gebietskirche Nord- und Ostdeutschland tätig und lud alle Ökumene-Beauftragten aus Norddeutschland nach Hamburg ein. Dort informierte er die etwa 30 Teilnehmer über die aktuelle Situation hinsichtlich der Mitgliedschaften in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in den Bundesländern Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein.

Zweck der Versammlung war vor allem der aktive Austausch über praxisnahe Beispiele und Erfahrungen: Wie wird Kontakt zu den Vertretern aufgenommen? Was ist der geeignete Rahmen, um ökumenische Vertreter kennenzulernen? Wie kann auch die Gemeinde in diesen Prozess integriert werden?

Das richtige Tempo finden

Das richtige Tempo der Zusammenarbeit sei entscheidend, so Apostel Steinbrenner. Es benötige Zeit sich gegenseitig kennenzulernen und auch die Gemeinde sollte diese Möglichkeit erhalten. Vor allem auf örtlicher Ebene sollten alle Gemeindemitglieder in den Prozess der Annäherung eingebunden und mögliche Fragen oder Unsicherheiten geklärt werden.

Zum Kennenlernen seien vor allem ungezwungene Begegnungen wie die Besichtigung der Kirchengebäude, das Mitwirken an musikalischen Veranstaltungen oder ein gemeinsames Gebet geeignet. Auch eine Teilnahme an Andachten sei möglich. Die Form der aktiven Beteiligung an Veranstaltungen sollte dabei im Einklang mit der Lehre der neuapostolischen Kirche stehen.

Der Katechismus ist Grundlage

Der Ökumene-Beauftragte vertrete die Kirche nach außen. Somit sei der Glaube an die Glaubensartikel und Lehre der Neuapostolischen Kirche eine wichtige Voraussetzung, um die Kirche angemessen zu repräsentieren. Bei jedem Austausch stehe nicht die Anpassung an andere Konfessionen im Vordergrund, denn Grundlage der Gespräche sei und bleibe der Katechismus.

Aktuell üben vor allem Amtsträger diese Tätigkeit aus. Doch auch Frauen könnten gleichermaßen aktiv werden und pflegen vielerorts bereits gute Kontakte zu den Vertretern der Ökumene. Ein Amt sei also keine Voraussetzung für die Zusammenarbeit mit anderen christlichen Konfessionen, so Apostel Steinbrenner.

Gastmitgliedschaft anstreben

Die Neuapostolische Kirche fördert den Austausch mit ökumenischen Vertretern. In Deutschland streben die Gebietskirchen vor allem die sogenannte Gastmitgliedschaft in der ACK auf örtlicher und regionaler Ebene an. Der ACK ist ein Zusammenschluss christlicher Kirchen in Deutschland mit dem Ziel, die Zusammenarbeit und Einheit aller Kirchen, die sich zu Jesus Christus bekennen, zu fördern und möchte dazu beitragen, dass gegenseitige Vorbehalte abgebaut werden.