Zu Besuch auf dem
ökumenischen Schöpfungstag
in Mecklenburg-Vorpommern

Mit einem ökumenischen Gottesdienst unter freiem Himmel und einem Festakt eröffnete die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) den diesjährigen Tag der Schöpfung am Freitag, 7. September 2018, in Starkow in Nordvorpommern.

Seit der Gastmitgliedschaft der Neuapostolischen Kirche Nord- und Ostdeutschland im Jahr 2016 in der ACK Mecklenburg-Vorpommern, haben Vertreter unserer Kirche am ökumenischen Tag der Schöpfung teilgenommen: 2017 in Lübeck und in diesem Jahr in Starkow. Neben Apostel Jörg Steinbrenner und Bischof Wolfgang Novicic, waren auch die Gemeindemitglieder aus Mecklenburg-Vorpommern zu diesem Fest eingeladen.

Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe

Der Gottesdienst stand unter dem Motto  „Von meinen Früchten könnt ihr leben“. Die orthodoxe Theologin Rossitza Dikova-Osthus (Köln) erinnerte in Ihrer Predigt an den ontologischen Unterschied zwischen Schöpfer und Schöpfung. Der Mensch habe in der Schöpfung eine besondere Stellung als „Verwalter“. Dieser Auftrag als Ebenbild Gottes sei aber in seiner Berufung „nicht mit einer uneingeschränkten Freiheit gleichzusetzen“, sagte Dikova-Osthus.

Die Schönheit und Vielfalt der Schöpfung beinhalte auch die Verantwortung des Menschen für sie. Der Auftrag, die Natur zu erhalten und mit ihr zu teilen, umfasse auch das Gebot der Mitmenschlichkeit und der Nächstenliebe, welches Christen unterschiedlicher Konfessionen miteinander verbinde.

Markt der Möglichkeiten

Auf dem „Markt der Möglichkeiten“ auf dem Gartengelände, dem früheren Pfarrgarten, präsentierten unter anderem kirchliche Gruppen und Naturschutzverbände ihr Engagement. Im Fokus stand die Arbeit des Vereins „Backstein, Geist und Garten“, der sich für die Erhaltung der Pfarrkirche aus dem 13. Jahrhundert und des barocken Gartenensembles in Starkow engagiert.

Ergänzend zum Thema des ökumenischen Tages der Schöpfung wurde in diesem Jahr Herr Professor Michael Succow, Biologe und Träger des alternativen Nobelpreises, zu der Festrede eingeladen.

Die Natur bewahren

Prof. Succows Appell an uns als Christen ging dahin, die uns durch die Schöpfung anvertraute Natur zu bewahren und nicht zu zerstören. Dazu gehörten unter anderem auch bessere Bedingungen für eine artenreiche und nachhaltige Landwirtschaft. Eine ökologische Landwirtschaft, die den Zusammenhang von Kultur und Natur berücksichtige, sei eine wesentliche Lebensgrundlage der Zukunft.

Neben diesen erwähnten Veranstaltungen gab es ausreichend Gelegenheiten, sich während der botanischen Führungen mit den Anwesenden anderer christlicher Kirchen bekannt zu machen, sich miteinander über Glauben auszutauschen und tiefgehende Gespräche zu führen.

Der ökumenische Tag der Schöpfung

Seit dem Jahr 2010 feiert die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland jährlich einen ökumenischen Tag der Schöpfung. Dieser Tag wird bundesweit begangen und regt dazu an, das Lob des Schöpfers ökumenisch anzustimmen und gleichzeitig die eigenen Aufgaben für die Bewahrung der Schöpfung in den Blick zu nehmen.