Jugendauftakt auch in Schweden

Auch die Jugendlichen in Schweden konnten "ihren" Jugendauftaktgottesdienst erleben. Apostel Eckehard Krause in Begleitung von Bischof Hartwig führte den Gottesdienst in Stockholm durch. Ein Bruder aus Berlin, schrieb einen lebendigen Reisebericht...

Here I am Lord

... das Lied des Jugendchores zu Beginn des Gottesdienstes klingt noch immer im Ohr, wenngleich das Dröhnen der Düsentriebwerke immer lauter wird. Unter uns sehen wir die kleiner werdende Silhouette Stockholms. Die Inseln der Stadt sind durch die Straßenbeleuchtung orange gefärbt, und durch leuchtende Brücken verbunden. Ein schönes Bild.


Was uns an diesem Wochenende erwarten würde, konnten wir nur erahnen. Am Freitagmorgen begann die Reise mit dem Flugzeug von Berlin nach Kopenhagen.
Es war mir persönlich eine große Freude einen Glaubensbruder, der an Bord der Air-Berlin als Flugbegleiter arbeitet, anzutreffen. Ich gebe zu, dass mir etwas Flugangst am Morgen in den Beinen steckte, die aber nun langsam durch Vorfreude vertrieben wurde.


Von Kopenhagen ging es mit dem Zug weiter durch den Süden Schwedens. Weite Landschaften und immer dichter werdende Wälder, die von Seen und Flüssen durchschnitten wurden, zogen an uns vorüber. In einer kleinen Stadt in der Nähe Växjös erwartete uns der Gemeindeevangelist, der in diesem Landesteil befindlichen Gemeinden. Nach einem kurzen Aufenthalt mit Verköstigung ging die Fahrt mit dem Auto weiter nach Stockholm, unserem Reiseziel. In Stockholm fand das Treffen der neuapostolischen Jugend Skandinaviens statt.


Unsere Reise ging weiter über Kalmar, einer schwedischen Stadt an der Ostsee, die zum Einzugsbereich der 125 km entfernten Gemeinde Växjö zählt. In dieser Stadt mit ca. 35 000 Einwohnern studiert eine junge Schwester aus Deutschland. Sie wartete bereits auf uns. Die nun folgenden 4 Stunden Autofahrt in der mittlerweile eingetretenen Dunkelheit mit sternenklarem Himmel, vermittelten uns eine Vorstellung über die Weite Skandinaviens. Das Land ist im Vergleich zu Deutschland sehr dünn besiedelt. Dabei kommen auch unwillkürlich Gedanken auf, wie weit unsere Geschwister voneinander weg wohnen und das es dort sehr aufwendig ist die Gemeinden zu versorgen. Stockholm und Göteborg bilden da die Ausnahmen.
Als wir in Stockholm ankamen wurden die Jugendlichen bei Geschwistern der Gemeinde und in der Kirche untergebracht.


Wir suchten unser Hotel auf. Stockholm, an der Mündung des Mälarsees zur Ostsee gelegen, lockte uns am nächsten Morgen zum Sightseeing auf die Inseln der Innenstadt.


Am späten Nachmittag war in der Kirche ein merkwürdiges Klappern zu hören. Es war der Erfolg einer Spendensammlung der Jugend in der Innenstadt Stockholms für das Rote Kreuz. Zwei Stunden waren sie mit der Aufgabe betraut worden, Menschen anzusprechen und für eine Spende zu sensibilisieren. Der Erfolg gab der Aktion recht. Diese dient einerseits zur Hilfe bedürftiger Kinder, andererseits hat es auch unserer Jugend Freude bereitet, konnte man sich doch bei dieser Aufgabe auch untereinander kennenlernen.


Nun schmeckten auch Kaffee, Tee, Gebäck und Kuchen besonders gut. Viele Gespräche in unterschiedlichen Sprachen waren dabei zu hören. Anschließend wurde eine Chorprobe durchgeführt. Körper und Seele wurden mit Hüpfen, Klopfen, Streicheln und fröhlicher Atmosphäre auf das Singen vorbereitet. In den Sängern und Zuhörern wurde eine freudige Erwartung auf den kommenden Jugendgottesdienst geweckt.


Doch die Veranstaltungen an diesem Tag waren noch lange nicht zu Ende. Gegen 18:00 Uhr betrat Apostel E. Krause mit dem ihn begleitenden Bischof Hartwig und Bezirksältesten Segerberg die Kirche. Alle begrüßten sich herzlich und gingen nach kurzen Gesprächen gemeinsam zum Abendessen. Große, runde, verschieden belegte italienische Teigplatten sind auch im Norden der Renner. Zwischendurch, konnte ich beobachten, dass viele kleine beschriebene Zettel in einer Kiste verschwanden. Der Apostel konnte zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen, dass in der sich anschließenden Jugendstunde noch einige „Prüfungsfragen" auf ihn warteten. Aber noch war es nicht soweit. Alle Teilnehmer versammelten sich wieder im Kirchenschiff. Nun begann die vorgesehene Jugendstunde mit dem Apostel unter dem Leitwort: „Trachtet zuerst nach dem Reiche Gottes...". Dieses Wort bekam der Apostel selbst zu seiner Konfirmation und seiner Hochzeit. Es war zu verspüren, dass es ihm ein besonderes Anliegen war, die erlebten Erfahrungen und Bestätigungen der göttlichen Zusage in die Herzen der Jugendlichen zu schreiben. Ein sehr bewegender Augenblick war die Schilderung des Apostels von einer Jugendlichen, die sich das Leben nehmen wollte. Diese Absicht bekundete sie all ihren 168 Emailkontakten. Daraufhin hatten sich etliche Personen in der Weise geäußert, dass sie schon öfter solche Absichten erklärte und man das nicht so ernst nehmen bräuchte. Ein Einziger hatte den Gedanken, die Mutter der Jugendlichen zu informieren, die daraufhin Polizei und Krankenwagen alarmierte. Die Hilfe kam zu spät. Der Apostel konnte nur mit kurzen Worten sagen, dass es nicht darauf ankommt, wie viele Freunde man hat, sondern die richtigen zu haben.


Auch Bischof Hartwig, der das erste Mal in Stockholm war, bekam die Gelegenheit sich vorzustellen. Anschließend wurde eine Filmpräsentation zurückliegender Höhepunkte gezeigt. Der EJT 2009 bringt immer wieder begeisterndes Aufflammen der Erinnerungen hervor. Auch Bilder der Kanutour lösten in den Zuschauern hörbar Freude aus. Trotz der damals durch Dauerregen durchweichten Begeisterung.
Diesen Beiträgen folgte ein Fragenteil an den Apostel und den Bischof. Jeder zog einen kleinen Zettel aus der vorbereiteten Kiste und las ihn vor. Der Apostel und der Bischof gingen nun auf die unterschiedlichsten Fragen der Jugendlichen ein. Gemeinsam wurde dann zum Abschluss der Jugendstunde, das Lied „Lasst die Herzen immer fröhlich" angestimmt. Bischof Hartwig, der als Orgelbauer in Norddeutschland arbeitet, begleitete den Gesang am Stockholmer Instrument. Nach der Verabschiedung machten sich der Apostel und seine Begleitung auf den Weg zu ihren Unterkünften. Man sah noch ein paar Jugendliche in der Kirche mit Brettspielen oder Ähnlichem, aber all das entzog sich nun den Augen des Beobachters.


Am nächsten Morgen lachte die Sonne am blauen Stockholmer Himmel. In freudiger Erwartung betraten wir die gut gefüllte Kirche. Der Jugendchor und eine Instrumentalgruppe erfreuten die Herzen der Zuhörer. Der Gottesdienst begann mit dem Lied: „Jetzt in unsren Jugendtagen". Nach der Lesung des Textwortes aus: 2.Tessalonicher 3,3 sang der Jugendchor das Lied „Here I am Lord". Dieser Vortrag löste im Herzen des Apostels eine tiefe Bewegung aus. In seinen Ausführungen zum Grußwort aus dem 3. Brief des Johannes, Vers 2 betonte der Apostel Krause, dass man auf die Gesundheit der Seele achten soll. Dazu empfahl er jedem auf eine gesunde Ernährung durch Wort und Sakramente, Bewegung durch Mitarbeit im Werk des Herrn und Ruhephasen im Hause Gottes zu achten. Bischof Hartwig betonte in seinem Dienen, dass das Beten eine wichtige Bewegung unserer Seele ist und ihr sehr gut tut.


Zur Freude der Stockholmer Gemeinde gab es vor dem Heiligen Abendmahl noch einen Höhepunkt. Ein Familienvater trat vor den Altar, um das Sakrament der Heiligen Versiegelung zu empfangen. Zwei Brüder sangen ihm in seiner spanischen Muttersprache das Lied: „So nimm denn meine Hände".
Nach dem Heiligen Abendmahl folgte ein besonderer Moment der Fürbitte. Der Apostel berichtete von einem tragischen Autounfall. Fünf Jugendliche waren auf dem Weg zur Schule. Alle Insassen bis auf den Fahrer, kamen dabei ums Leben. Seiner besonders, aber auch der Seelen, die in die Ewigkeit gegangen sind, wurde nun bei einem einfühlsamen musikalischen Vortrag in Stille gedacht.


Nach dem Gottesdienst wurden alle Gottesdienstteilnehmer zu einem Buffet eingeladen. Hier war noch einmal Gelegenheit sich vor der Verabschiedung auszutauschen. Die Zeit verging rasch und es kam für einen jeden der Moment, sich auf die weite Heimreise zu machen. Es bleiben wunderbare Erinnerungen, gesammelte Kräfte und der Segen unseres himmlischen Vaters.
O.L.

Abonnieren Abmelden