Treffen der Regenbogen-NAK in Bremerhaven

(25.05.2013) Bremerhaven. Vom 3. bis 5. Mai 2013 kamen 60 homo-, bi- und transsexuelle Christen – gruppiert unter dem Namen Regenbogen-NAK – zum 36. Internationalen Treffen in Bremerhaven zusammen. Sie ließen vergangene Aktionen Revue passieren, berieten sich über aktuelle Themen und formulierten Erwartungen an zukünftige Veranstaltungen. Ein Erfahrungsbericht.

Die Teilnehmer, deren Alter zwischen 16 und 70 Jahren liegt, kommen aus Deutschland, der Schweiz, den Niederlanden sowie aus Frankreich. Einige haben ihre Eltern und Partner mitgebracht. Und ihre Geschichten sind vielfältig: Der Schüler, der heimlich gekommen ist, weil er sich noch nicht bei seinen Eltern geoutet hat; die Mutter, die ihren homosexuellen Sohn zum ersten Treffen begleitet; und das Frauenpaar, das vor zwei Jahren ein Segensgebet zur Partnerschaft erhalten hat.

Heterogene Gruppe

„Gerade die Mischung aus Alt und Jung, Nord und Süd, Neuen und Erfahrenen verleiht der Gruppe eine Kraft, die ihresgleichen sucht“, sagt Wolfgang Adomeit, Bezirkältester für den Kirchenbezirk Wesermünde. Zusammen mit dem Hirten und Gemeindevorsteher Hans-Adolf Steinke, begrüßt er die Teilnehmenden am Freitagabend in der Neuapostolischen Kirche Bremerhaven-Wulsdorf, in der die meisten Aktivitäten des Wochenendes stattfinden.

Einige sind das erste Mal bei einem Regenbogen-NAK-Treffen – und fügen sich schnell ein. „Gleich als ich ankam, wurde ich so herzlich von allen begrüßt, dass ich mich einfach nur wohlfühlen konnte“, berichtet der 18-jährige Mirco. Der 20-jährige Max ist mit seiner Mutter gekommen. Sie erzählt: „Wir wurden so aufgenommen, als würden wir uns schon immer kennen. Ich habe mich total für Max gefreut. Und meine anfängliche Unsicherheit war weg.“

Arbeits- und Freizeitprogramm

Am Samstagvormittag informieren Vertreter der Gruppe ihre Glaubensgeschwister über aktuelle Aktivitäten und den Stand der Gespräche mit der Kirche. Zudem werden Ideen für den Internationalen Kirchentag 2014 erarbeitet, an dem sich die Regenbogen-NAK mit einem Info-Stand präsentieren soll. Zum Abschluss wird Monika aus dem Kompetenzteam der Gruppe verabschiedet und ihre Nachfolgerinnen Ann-Katrin und Ute-Michaela stellen sich vor.

Nach der Arbeitssitzung steht Freizeit auf dem Programm. Ein Teil der Gruppe unternimmt eine Hafenrundfahrt, ein anderer besucht das Klimahaus Bremerhaven. Am Abend treffen sich die Mitglieder der Regenbogen-NAK wieder in der Kirche. Auf Anregung einiger niederländischer Teilnehmer legen sie dort zwei Schweigeminuten ein. Auf diese Weise wird in den Niederlanden jedes Jahr am 4. Mai Kriegsopfern gedacht.

Gottesdienst zum Ausklang

Der Höhepunkt des Wochenendes ist der obligatorische Gottesdienst am Sonntagmorgen. Die Mitglieder der Regenbogen-NAK erleben ihn zusammen mit den Gemeinden Wulsdorf und Geestemünde. Bischof Hans-Werner Hartwig feiert den Gottesdienst, Evangelist Volker Traue ergänzt die Predigt. „Es macht mich glücklich zu sehen“, so Evangelist Traue, „dass es heute möglich ist, sich so offen zu zeigen und angenommen zu werden, wie man ist.“

Nach dem Gottesdienst und einem Brunch begeben sich die Mitglieder der Regenbogen-NAK auf ihre Heimreise. „Ich habe mich pudelwohl gefühlt“, resümiert die 25-jährige Carmen. Max ist begeistert, weil er „auf Anhieb mittendrin“ war. Seine Mutter fühlt sich durch das Treffen bestärkt: „Das Wochenende hat mir gezeigt: Wir haben den richtigen Weg gewählt. Und ich habe für die nächste Zeit die nötige Energie bekommen, meinen Sohn zu unterstützen.“

Die Regenbogen-NAK

Die Regenbogen-NAK ist eine private Initiative homo-, bi- und transsexueller neuapostolischer Christen mit Eltern, Partnern und Freunden. Sie setzt sich unter anderem dafür ein, dass jeder seinen Glauben als vollwertiges Gemeindemitglied leben kann – unabhängig von seiner sexuellen Orientierung oder seinem geschlechtlichen Zugehörigkeitsgefühl. Das nächste Treffen der Regenbogen-NAK findet vom 4. bis 6. Oktober 2013 in Dresden statt.

Bevorzugt versammelt sich die Regenbogen-NAK in Deutschland, da hier die meisten ihrer Mitglieder leben. Doch auch außerhalb Deutschlands finden seit 2002 Versammlungen statt. Jedes fünfte Treffen wurde in den Niederlanden oder der Schweiz durchgeführt. Ferner gehören Frankreich (2006) und Österreich (2011) zu den bisherigen Gastgeberländern. Auch in Südafrika, Nord- und Südamerika treffen sich regionale Gruppen der Regenbogen-NAK.

Text: Thomas Koch

Fotos: Regenbogen-NAK

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