Karfreitag:
„Es ist vollbracht“

Erstmals können Christen in vielen Ländern auf der Welt den Karfreitag, aufgrund der Corona-Pandemie, nicht in ihren Kirchen feiern. So bot die Neuapostolische Kirche Nord- und Ostdeutschland ihren Mitgliedern zu Karfreitag, 10. April 2020, einen Videogottesdienst an, den Bezirksapostel Rüdiger Krause erneut in der Verwaltung in Hamburg feierte und der per Live-Stream übertragen wurde.

An Karfreitag gedenken Christen weltweit der Kreuzigung und des Opfertodes Jesu Christi. Im Rahmen des Gottesdienstes zu Karfreitag, übernahm Bezirksältester Kai Reddig aus Hamburg-Nord die Bibellesung aus Markus 15,22-39, in welcher vom heilsnotwendigen Geschehen der Kreuzigung Jesu berichtet wird.

Bezirksapostel Krause nahm in der Predigt Bezug auf das Bibelwort und stellte heraus, dass die Menschen damals den Kreuzestod als das Scheitern Jesu verstanden und Gottes Plan nicht erkannt haben. Dem entgegen stehe jedoch Jesu Aussage „Es ist vollbracht“, die er kurz vor seinem Tod äußerte. „Jesus drückt aus, dass der Erlösungsplan nicht aufzuhalten ist“, so der Bezirksapostel, „Der Zugang zu Gott ist für alle Menschen offen.“

Jesus, der gute Hirte

Bezirksapostel Krause übernahm für den Gottesdienst zu Karfreitag das vom Stammapostel vorgeschlagene Bibelwort aus Johannes 10,17.18: „Darum liebt mich der Vater, weil ich mein Leben lasse, auf dass ich's wieder empfange. Niemand nimmt es von mir, sondern ich selber lasse es. Ich habe Macht, es zu lassen, und habe Macht, es wieder zu empfangen. Dies Gebot habe ich empfangen von meinem Vater.“

Das Bibelwort entstammt dem Kapitel über das Gleichnis des guten Hirten. Jesus habe sich selbst als guten Hirten bezeichnet, wobei die Schafe als Bild der Gläubigen zu verstehen sei. Der 15. Vers, „Ich lasse mein Leben für die Schafe“, verbinde dabei das Bild des guten Hirten mit dem Opfertod Jesu Christi.

„Jesus hat aus Liebe zu den Menschen sein Leben vollkommen freiwillig gegeben“, betonte der Bezirksapostel. Der Blick auf das anstehende Osterfest, die Feier der Auferstehung Jesu Christi, unterstreiche diesen Gedanken und stärke die Zuversicht sowie das Vertrauen in Gottes Plan.

Lieder aus Südafrika

Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes übernahmen erneut Gesangssolistin Anthea Rohde und ihr Mann Jörn an der Orgel. Sie trugen vier Lieder aus dem Südafrikanischen Gesangbuch in englischer Sprache, der Muttersprache der Solistin vor: „You gave Your precious life“ (Du hast dein kostbares Leben als Opfer gegeben), „How often do I wonder“ (Wie oft frage ich mich), „Jesus paid it all“ (Jesus hat alles gegeben) und „Let the children to Me gather“ (Lasst meine Kinder zu mir kommen).

Inhaltlich beschäftigten sich die Lieder mit dem Opfertod und der damit verbundenen Ehrfurcht vor der bedingungslosen Liebe Jesu zu den Menschen, die mit dem menschlichen Verstand kaum zu begreifen sei.

Übersetzung in die englische Sprache

Neu war für die Gottesdienstteilnehmer die Übersetzung in die englische Sprache am Altar, die von Bezirksevangelist Ralph Witfer (Wilhelmshaven) übernommen wurde. So konnten auch die Mitglieder in den von Bezirksapostel Krause betreuten Ländern am Gottesdienst teilnehmen.

Unter den Mitwirkenden fanden sich auch einige bekannte Gesichter: Anja Koy und Jürgen Hilmer übernahmen, wie in allen vorherigen Video-Gottesdiensten, die Übersetzung der Predigt in die deutsche Gebärdensprache. In einem Interview berichteten sie von ihrer Aufgabe als Gebärden-Übersetzer.

Ausblick: Übertragung zu Ostern

„2020 simuliert mein Kirchengebäude Jesu Grab zu Ostern: Es ist leer“, mit diesen Worten wird auf den anstehenden Video-Gottesdienst am Ostersonntag, 12. April 2020, mit Stammapostel Jean-Luc Schneider hingewiesen (Bericht auf nac.today).

Der Gottesdienst beginnt um 10 Uhr MESZ und wird per Live-Stream über die bereits bekannten YouTube-Kanäle der Gebietskirchen übertragen. Somit kann weiterhin der Link zum YouTube-Kanal der Neuapostolischen Kirche Nord- und Ostdeutschland verwendet werden. Die Verantwortung für die technische Durchführung liegt beim Bischoff Verlag.