Gottesdienst mit musikalischen Grüßen und Einspielern

Der letzte Video- und Telefongottesdienst in diesem Monat wurde am heutigen Sonntag, 26. April 2020, aus der Hamburger Kirchenverwaltung übertragen. Es war der bereits sechste zentrale Gottesdienst in Folge, den die Neuapostolische Kirche Nord- und Ostdeutschland aufgrund der Corona-Pandemie anbot. Trotz des mittlerweile bekannten Ablaufs gab es zwei Neuheiten: musikalische Grüße und Einspieler.

Planungsgemäß führte Apostel Jens Korbien mit Bischof Arvid Beckmann den Gottesdienst durch. Organistin war erneut Johanna Backhaus (Hamburg-Nord). Apostel Korbien (58) wohnt in Dessau-Roßlau und ist – neben Dessau selbst – für die Kirchenbezirke Dresden, Leipzig, Magdeburg, Stendal und Torgau zuständig. Da er bereits im November 2000 zum Apostel ordiniert wurde, ist er der dienstälteste Apostel der Gebietskirche.

Arvid Beckmann (60), seit knapp 21 Jahren als Bischof tätig, ist in Neumünster zuhause und unterstützt die Apostel Uli Falk und Jörg Steinbrenner in den ihnen zugeordneten Kirchenbezirken in Schleswig-Holstein und einzelnen zusätzlichen Regionen.

Von Arbeit und Vielfalt in Stadt und Gemeinde

Grundlage der Predigt bildete der 49. Vers des 24. Kapitels aus dem Lukas-Evangelium: „Und siehe, ich sende auf euch, was mein Vater verheißen hat. Ihr aber sollt in der Stadt bleiben, bis ihr angetan werdet mit Kraft aus der Höhe.“ Eine Video-Zusammenfassung des Gottesdienstes wird – erneut für die Dauer einer Woche – im Verlauf des morgigen Tages auf der Internetseite bzw. dem YouTube-Kanal online gestellt.

Die Stadt im Bibelvers übertrug Apostel Korbien als ein Bild für die Gemeinde in der heutigen Zeit. Bei diesem Vergleich betonte er vor allem die Arbeit in Stadt und Gemeinde („Wo Arbeit ist, da bleiben die Menschen gern.“) sowie die Vielfalt, die dort wohne („Die Vielfalt ist ein Reichtum.“). Sehr dankbar zeigte sich der Apostel über beide positive Aspekte, die er in den Gemeinden immer wieder vorfinden könne, und motivierte die mehr als 7.200 angeschlossenen Personen und Familien zu Hause, in dieser Vielfalt das Gemeindeleben weiter aktiv zu gestalten.

„Ihr aber sollt in der Stadt bleiben“

Im Weiteren ging Apostel Korbien auf den Aufruf des Bibelverses ein, „Ihr aber sollt in der Stadt bleiben“. Das sei insofern kein Selbstgänger, als dass es verschiedene Bedrängnisse gäbe, die es schwer machten, in der Stadt (hier: in der Gemeinde) zu bleiben. „Manchmal möchte man am liebsten gehen“, brachte der Apostel klar zum Ausdruck, da man sich in der Gemeinde unverstanden fühlen würde, Verletzungen erlitten hätte, es langweilig geworden wäre oder man keine Freunde habe.

Apostel Korbien zeigte großes Verständnis für die geschilderten Situationen, verwies aber auf das übergeordnete Glaubensziel – das ewige Leben bei Gott –, dass es in Gemeinschaft zu erreichen gelte, um das Heil der Seele, die Gemeinschaft brauche. In diesem Zusammenhang sprach er nicht nur all jene an, die mit dem Gedankten spielten, die Gemeinde zu verlassen, sondern auch solche, die diesen Schritt bereits vollzogen haben: „Wir vermissen euch“, „Wir brauchen euch“, „Es gibt vieles, was wir mit euch teilen wollen“.

„Ein jeder wird mit seiner Gabe gebraucht“

Daran knüpfte Bischof Arvid Beckmann im unterstützenden Predigtbeitrag an. „Wie schön, dass jeder in der Gemeinde seinen Platz hat“ und „Ein jeder wird mit seiner Gabe gebraucht“ durften als seine Kernbotschaften verstanden werden. Entschieden sprach sich der Bischof aber gegen die Haltung aus: „Wenn jeder an sich selbst denkt, ist an alle gedacht.“ Das sei eine Dummheit, denn so entstünde keine Gemeinschaft, kein Wohlfühlen und es entspräche auch nicht dem Anspruch aus 1. Korinther 10,24, den zuvor Apostel Korbien schon zitiert hatte: „Niemand suche das Seine, sondern was dem andern dient.“

Neben Predigt, Sündenvergebung und Gebet bot die Gottesdienst-Übertragung allen Teilnehmern zwei Neuheiten: Musik-Einspieler statt live-Musik sowie ein musikalischer Gruß vor Beginn des Gottesdienstes. „Das folgende Lied MAJESTY widmen wir allen Konfirmand*innen des Jahres 2020“, war zu lesen und im Folgenden das Lied, das Vielen vom Internationalen Jugendtag 2019 bekannt ist, von einem Gesangsquartett zu hören.

Musik-Einspieler und Konfirmationsbezug

Damit zeigte sich auch eine zweite Neuheit: Musikbeiträge, die nicht wie bisher vor Ort vorgetragen wurden, sondern, um die personelle Besetzung am Übertragungsort weiter zu reduzieren, im Vorfeld aufgezeichnet und in der live-Übertragung ausgestrahlt wurden. Ein weiterer Vorteil: Die Beiträge kommen nicht allein von Musikern aus und um Hamburg, sondern aus ganz unterschiedlichen Regionen der Gebietskirche. Einen Anfang haben heute Sänger und Instrumentalisten aus Halle, Leipzig und Magdeburg gemacht.

Apostel Korbien fand dazu zu Beginn des Gottesdienstes erklärende Worte und machte schon seine Freude auf weitere Musikbeiträge gut. Auch der musikalische Gruß an die Konfirmanden ging im Nahe und er unterstrich die Verbundenheit mit den jungen Christen, die aufgrund der Corona-Pandemie ihre Konfirmation erst zu einem späteren, noch ungewissen Zeitpunkt feiern können. Seine Nähe zu ihnen wurde auch deutlich, indem er einige mit Namen ansprach, allen voran Olivia und Carina, die am heutigen Tag in der Kirche Halle (Saale) den Segen zur Konfirmation erhalten hätten, in der der musikalische Gruß aufgenommen wurde.

Weiterführende Informationen

Der nächste Gottesdienst wird am Sonntag, 3. Mai 2020, um 10 Uhr übertragen. Für die Gebietskirche Nord- und Ostdeutschland wird Apostel Ralph Wittich den Gottesdienst durchführen und von Bischof Thomas Matthes unterstützt werden. Auch bei allen anderen Gottesdiensten in diesem Monat wird es bei der Zusammenarbeit zwischen einem Apostel und einem Bischof bleiben. Das konkrete Gottesdienst-Programm für Mai ist hier im Überblick nachzulesen.


Die Beratungen zum zukünftigen kirchlichen Angebot dauern auf Europa- wie auf Gebietskirchen-Ebene an. Eine vorsichtige Öffnung der Kirchen „in greifbarer Nähe“ ist Wunsch der Kirchenleiter, wie in der vergangenen Woche formuliert wurde (wir berichteten). Weitere Überlegungen dazu stehen in der kommenden Woche an.

Was zwischenzeitlich lokal und regional angeboten wird, ist beispielhaft im nord- und ostdeutschen Ideenpool zusammengefasst. Informationen grundsätzlicher Art sind auf der kircheneigenen Themenseite zur Corona-Pandemie nachzulesen.