„Mein Leben ist die Musik“

„Tina im Kirchturm“: So lautet der Name einer Kinderserie, die seit Januar 2021 auf YouTube veröffentlicht wird. Dort animiert Tina Stephan (30) aus der Gemeinde Hannover-Süd Kinder im Alter zwischen vier und zehn Jahren dazu, Lieder mit christlichem Bezug zu erlernen und zu singen. Aber nicht nur in der Serie, sondern auch in unserer Kirche und allgemein in ihrem Leben beschäftigt sich Tina viel mit Musik.

Tina Stephan stammt aus Naumburg an der Saale (Sachsen-Anhalt). Seit etwa fünf Jahren lebt sie nun in der niedersächsischen Stadt Hannover. Hier studiert sie Elementare Musik- und Gesangspädagogik. Nach ihrem Abschluss im September träumt sie davon, als Musik- und Gesangspädagogin zu arbeiten. Doch wie kam sie zu ihrem Berufswunsch?

„Mein zweites Zuhause, die Musikschule“

In eine musikalische Familie hineingeboren, interessierte sich Tina schon in jungen Jahren für die Musik. So kam es, dass sie mit etwa sechs Jahren mit dem Blockflötenunterricht an der Musikschule in Naumburg begann und auch im Kinderchor sang. Mit zwölf Jahren begann Tina mit dem Fagottunterricht. Ein weiteres Instrument, das sie erlernte, war das Saxophon. „Mein Herz entflammte dabei“, gesteht sie. Auch Gesangsunterricht folgte.

Mit ihrem Können brachte Tina sich gern in der Gemeinde, im Orchester der Musikschule Naumburg und in einer Bigband ein. Der Musikunterricht und die Musikschule spielten somit eine wesentliche Rolle in Tinas Leben. „Die Musikschule ist in meiner Schulzeit mein zweites Zuhause gewesen“, lacht die 30-Jährige.

„Ein schöner, glücklicher Zufall“

Nach der Schule begann Tina Stephan zunächst an der Universität in Halle an der Saale Schulmusik zu studieren. Doch die Musikschule ließ sie auch zu jenem Zeitpunkt nicht los. Denn damals wandte sich ihre Blockflötenlehrerin an sie und fragte, ob Tina ihre Mutterschutzvertretung übernehmen könne. Dies bezeichnet Tina Stephan als einen „schönen, glücklichen Zufall“. Sie ergänzt: „Dadurch bin ich an der Musikschule hängen geblieben und habe zunächst als Lehrkraft für Blockflöte, später in der musikalischen Früherziehung gearbeitet.“ Zudem engagierte sich unsere Glaubensschwester in der Kirche im musikalischen Bereich.

Da ihr Studium etwas auf der Strecke blieb, fragten sie nahestehende Menschen, ob sie ihr Studium in Halle wirklich beenden möchte. Zu dem Zeitpunkt erwähnte die Leitung der Musikschule das Studienfach „Elementare Musik und Gesangspädagogik“. „Bis zu jenem Zeitpunkt wusste ich nicht mal, dass man das studieren kann! Doch es führte dazu, dass ich mich umorientierte und mich erneut bewarb“, erzählt Tina voll Begeisterung. So kam sie nach Hannover.

„Wir haben jetzt die Chance, etwas anders zu machen“

Auch in Hannover engagierte sie sich in der Gemeinde. Als die Kirchen aufgrund der Pandemie geschlossen wurden, blieb Tina Stephan nicht untätig. Denn, wie sie selbst sagt, dachte sie nach dem ersten Übertragungsgottesdienst: „Wir haben jetzt die Chance, etwas anders zu machen und etwas zu verändern!“

Gemeinsam mit anderen Jugendlichen setzten sie sich gemeinsam dafür ein, die Wohnzimmerandachten in der Zeit zwischen März und Juni des letzten Jahres gestalten zu können.

Tina beschäftigte sich auch mit der Hörerziehung und der Kinderstimmbildung. In ihr kam der Gedanke auf, das Singen irgendwie weiterzuführen. Das wurde dank technischer Unterstützung von Marcel Felde, einem Glaubensbruder aus Hessen, möglich – die Mitmach- Musikserie auf YouTube „Tina im Kirchturm“ entstand: „Wir wollten den Kindern in der Zeit des Lockdowns eine gute und sinnvolle Beschäftigung geben.“ So war im Moment des Gesprächs bereits die vierte Folge der Kinderserie in einem kleinen selbstentworfenen Studio im Odenwald in Arbeit.

Textauszug entnommen aus: "Unsere Familie", Ausgabe Nr. 16|2021, S. 34-36 © Verlag Friedrich Bischoff GmbH, Neu-Isenburg (Autorinnen: Tatjana Fröhlich Dinara Ganzer)

https://www.bischoff-verlag.de/unsere-familie/artikel/977260

Tina im Kirchturm auf YouTube