„Selig sind, die da Leid tragen;
denn sie sollen getröstet werden.“
Matthäus 5,4

Die Erfahrung von Leid empfinden wir oft als ungerecht. Einige scheinen unbeschwert und locker durchs Leben zu gehen. Andere führen ein schweres Dasein und drohen unter der Last zusammenzubrechen. In anderen Bibelübersetzungen (z. B. Einheitsübersetzung) liest man: “Selig sind die Trauernden …“ Dabei denken wir an manche Krisensituationen in unserem oder im Leben anderer Menschen, die mit Trauer und Schmerz verbunden sind.

Matthäus überliefert uns das Bibelwort „Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden“ als erste große Rede Jesu, als eine Art „Regierungserklärung“ mit bis dahin noch nie gehörten Aussagen. Er setzt Maßstäbe, die paradox erscheinen: So soll es in seinem Reich zugehen. Er hat dabei sicherlich in fassungslose Gesichter seiner Jünger geblickt. Sie können nicht glauben, dass solches auf sie zukommen wird. Jesus macht ihnen klar: Wer Anteil an meinem Leiden hat, der hat auch Anteil an meinem Sieg. In ihnen reift im Laufe der Zeit die Erkenntnis, dass ihr Herr und Meister in Wahrheit der Selige ist, von dem hier die Rede ist. Er ist derjenige, der arm ist vor Gott, der Trauernde; der, der keine Gewalt anwendet, der hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit, der Frieden stiftet und der verfolgt wird. Die Seligpreisungen zeigen uns die Gestalt Jesu und bringen so sein Geheimnis zum Ausdruck, das Geheimnis des Todes und der Auferstehung, des Leidens und der Freude. Jesu sieht das Kreuz auf sich zukommen und weicht ihm nicht aus, ja er geht entschlossen darauf zu.

Jesus sieht die Not in unserer Zeit, auch unsere persönliche und wendet sich uns zu. Er hat das Leiden nicht nur getragen, sondern überwunden. Diese Seligpreisung ist eine Einladung zur Nachfolge Jesu. Sie bedeutet: „Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach“ (Markus 8,34). In dem Maße, wie wir diese Einladung annehmen – jeder seiner Lebenssituation entsprechend – werden auch wir Anteil an seiner Seligkeit haben. Mit ihm wird das Unmögliche möglich. Diese Worte Jesu sind ein „Ja“ zum Leben, gesprochen in göttlicher Vollmacht. Dieses Ja ermutigt alle, die Lasten zu tragen haben und unter Ungerechtigkeit leiden; ein Ja, gesprochen zu allen Benachteiligten und Unglücklichen. Wir sollen uns nach ihnen umschauen, wie Apostel Paulus mahnt: „Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.“ (Galater 6,2) Nächstenliebe hilft Lasten zu tragen. Was für eine heilsame Alternative zu dem, was unsere Welt heute ausmacht! Und welche grandiosen Zukunftsaussichten

verheißt er uns: „Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.“ (Offenbarung 21,4)

Apostel Ralph Wittich

Die Seligpreisungen des Matthäusevangeliums stehen im Mittelpunkt des neuen Pop-Oratoriums #HIMMELREICH der Gebietskirche Nord- und Ostdeutschland.mWeitere Informationen zum Pop-Oratorium unter: www.pop-oratorium.de