„Selig sind die
Sanftmütigen, denn sie werden das
Erdreich besitzen.“ Matthäus 5,5

Der Herr bezeichnet sich selbst als sanftmütig und fordert dazu auf, es ihm gleich zu tun, von ihm zu lernen, um Ruhe in seiner Seele zu finden (Matthäus 11,29). In 1. Korinther 13 führt Apostel Paulus im „Hohelied der Liebe“ unter anderem aus: „Die Liebe ist langmütig und freundlich, …sie bläht sich nicht auf, sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu …“ In Galater 5 wird die Sanftmut mit unter der Frucht des Geistes aufgeführt. Weitere Bibelstellen belegen die herausragende Bedeutung der Sanftmut. Aber was ist nun unter Sanftmut zu verstehen?

Als einen sanftmütigen Menschen bezeichnet man eine Person, die nicht zänkisch und streitsüchtig ist, die sogar bereit ist, demjenigen zu vergeben, der einem in Wort und Tat Unrecht getan hat. Die Sanftmut steht im Gegensatz zum Zorn. Zorn geht oft Hand in Hand mit bösen Worten, vielleicht sogar lautstarken Gefühlsausbrüchen und steigert sich bisweilen hin zu aggressiven Handlungen. Wir erleben in unserer Gesellschaft an der einen und anderen Stelle der öffentlichen und privaten Diskussion, speziell in den sozialen Medien, eine Tendenz hin zu einer „Empörungskultur“. Andersdenkende und tatsächlich oder vermeintlich falsch Handelnde werden oft mit entsprechenden Worten und einer erschreckenden Härte förmlich niedergemacht. Das alles trägt gewiss nicht zur Ruhe in der Seele bei, eher das Gegenteil dürfte der Fall sein.

Auch der Sanftmütige muss beim Unrecht nicht schweigen oder Angriffe auf seine Person nicht unwidersprochen hinnehmen. Der Sanftmütige darf durchaus seine Position vertreten und auf seine Interessen achten. Sanftmütig gesinnte Menschen tun dies allerdings in einer Art und Weise, die ihr Gegenüber nicht wiederum verletzt oder ihnen in anderer Weise zum Nutzen des eigenen Vorteils schadet. Sie bemühen sich, keine Brücken zum Nächsten abzubrechen und sind deshalb bereit, dem anderen wertschätzend zu begegnen und versöhnlich Hand zu reichen.

Im zweiten Teil unseres Bibelwortes steht die Verheißung „… denn sie werden das Erdreich besitzen“. Diese Aussage kann schnell missverstanden werden, denn die Lebenswirklichkeit auf unserer Erde zeigt uns oftmals ein anderes Bild. Häufig sind es gerade nicht die Sanftmütigen, die Erfolg haben, sich durchsetzen, im Mittelpunkt stehen und Anerkennung finden. Im Gegenteil hat man manchmal den Eindruck, dass gerade die Rücksichtslosen, Skrupellosen und sogar Gewalttätigen mit ihrer sogenannten „Ellenbogenmentalität“ mehr „Erfolg“ haben. Das sind aber nicht die Prinzipien der Königsherrschaft Jesu. Er

wird letztlich dafür sorgen, dass nach der Vollendung seines Heilsplans andere Werte dauerhaft und unumstößlich den Platz in seinem Reich einnehmen werden. Sein Reich ist bereits angebrochen und die ihm angehören, tragen bereits heute dazu bei, dass sich seine Maßstäbe für ein im göttlichen Sinne gelungenes Leben mehr und mehr auf dieser Erde durchsetzen.

Apostel Jörg Steinbrenner

Die Seligpreisungen des Matthäusevangeliums stehen im Mittelpunkt des neuen Pop-Oratoriums #HIMMELREICH der Gebietskirche Nord- und Ostdeutschland. Weitere Informationen zum Pop-Oratorium unter: www.pop-oratorium.de