Konzert zum Volkstrauertag

Am Samstag, 18. November 2017, gaben Zentralchor und Orchester der ehemaligen Gebietskirche Sachsen/Thüringen mit der Aufführung von Johannes Brahms´ „Ein deutsches Requiem“ in der Bachkirche in Arnstadt eine feierliche Einstimmung auf den Volkstrauertag am Sonntag.

Das Konzert wurde am Volkstrauertag in Zwickau wiederholt.

Die imposante Kulisse der Bachkirche Arnstadt konnte kaum wirkungsvoller den Rahmen für ein solches Requiem bilden. Eine gut besuchte Kirche erwartete spannungsvoll die Darbietung.

Bevor die ersten Töne des Chores erklangen, erschall die Orgel mit einem Präludium, welches das Gotteshaus erfüllte und den ehrwürdigen Rahmen des Anlasses absteckte.

Bereits nach den ersten Tönen konnte man die Erhabenheit und Wirkung förmlich spüren. "Selig sind, die Leid tragen, denn sie sollen getrötet werden." Mit diesen bekannten Worten des Matthäusevangeliums umrissen die Sänger und Instrumentalisten die Gesamtheit der Botschaft dieses Meisterstückes. Denn das Besondere an diesem Requiem liegt im Moment der Hoffnung, die sich in diesem knappen Vers bereits andeutet. Nicht Trauer über Trennung und Schmerz hat hier die Prämisse, sondern Hoffnung und Zuversicht sind Triebfeder des Glaubens.

Ein tiefes Erleben ist es stets, wenn Überzeugungen vertont zum Ausdruck gebracht werden – und noch tiefgreifender, wenn sich die Hoffnung, die der Text ausdrückt, in den Augen der Sänger wiederspiegelt. Nicht nur der monumentale Bau der Bachkirche erfüllte die Sinne, sondern auch Klarheit und Überzeugung des Gesanges. Die Vergänglichkeit allen Seins wich Trost und Kraft aus den Versen der Heiligen Schrift.

Großartig intonierten Sänger und Spieler das Vorgetragene. Der Wechsel von leisen Passagen zu solchen, die Kraft und Zuversicht ausdrücken, konnten selbst vom Laienpublikum erspürt und erfahren werden. Großartig auch die Solisten, von denen die Sopranistin erst einen Tag zuvor aufgrund eines krankheitsbedingten Ausfalls eingesprungen war. Nicht zu vergessen der Dirigent, der das Ensemble mit feiner Feder führte, die Stimmen der Sänger vom andächtigen Piano bis zum Lobpreis Gottes emporschwang. Ein empathisches Erleben, welches die Gotteshäuser in Arnstadt und Zwickau mit wunderbarem Klang erfüllte – ebenso manches Herz mit Licht und Wärme.

In den letzten Versen des Requiems ist alle Verzagtheit versiegt. Mut, Glaubenszuversicht und Hoffnung haben das Ruder übernommen.

Der Tod ist verschlungen in den Sieg. Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg? Wer solches bezeugen kann – und dieses Empfinden konnte durch die Darbietung vermittelt werden – braucht sich nicht zu fürchten, sondern kann jauchzend dem entgegenziehen, der uns mit sich vereinen will – unser Gott!