"Der Herr ist mein Hirt, mir wird nichts mangeln"

Unter diesem vielsagenden Motto stand 2018 die Konzertreihe der GAM unter Leitung von Roger Maschek. Nahezu 40 Sängerinnen, Sänger und Instrumentalisten aus den Gemeinden des oberen Erzgebirges bereiteten sich über vier Monate intensiv darauf vor und studierten die über 20 Werke ein. Unterstützung bei den Auftritten erhielt der erzgebirgische Chor von vier Sängern aus Thüringen, u.a. aus der Olbernhauer Partnergemeinde Suhl.

Das erste Konzert, welches in dieser Musikreihe insgesamt das 28. war, fand am 27. Oktober in der geschichtsträchtigen erzgebirgischen Wehrkirche Großrückerswalde statt. Dieses evangelisch-lutherische Gotteshaus, dessen heutiges Aussehen auf die Jahre 1457 bis 1460 zurückgeht, diente einst der örtlichen Bevölkerung neben der geistigen Erbauung als Zufluchtsort bei Gefahren. Die Schießschlitze in den Balken, die auch heute noch zu sehen sind, boten die Möglichkeit, sich mit Armbrust, Pfeil und Bogen gegen Angreifer zu verteidigen.
Solch eine alte Kirche beinhaltet Ausstattungen aus den unterschiedlichsten Zeitepochen. Die Kanzel stammt aus dem Jahre 1690 und der barocke Altar wurde 1649 eingebaut. Die schönen Bilder an den Emporen stammen aus der 1839 abgebrannten Josefs-Kapelle Jöhstadt und kamen erst 1927 in die Wehrkirche. Diese Bauernmalerei stellt auf der unteren Reihe Episoden aus dem Neuen Testament und darüber aus dem Alten Testament dar, wobei auf fünf Bildern im Hintergrund die Geschichte von Gewerben des Erzgebirges mit Köhler, Bergmann, Schmied, Bäcker und Händler zu erkennen ist. Das teilweise mit Namensschildern versehene Kirchengestühl ist etwa 200 Jahre alt. Die heutige Orgel wurde 1827/28 von Christian Gottlob Steinmüller aus Grünhain/Erzgebirge erbaut und ein Jahr später in die Wehrkirche integriert.
Heute möchte diese Kirche mit ihren vielen Bildern und liebevollen, teils alten Details zum Nachdenken über das Leben einladen.

Pfarrer Andreas Lau freute sich sichtlich, die Mitwirkenden und Konzertgäste der Geistlichen Abendmusik in „seiner“ Kirche begrüßen zu können. Die Musikstücke spannten einen zeitlich großen Bogen über mehrere Jahrhunderte bis in die Gegenwart, waren gut aufeinander abgestimmt und sehr abwechslungsreich. Für Besucher, die der englischen Sprache nicht mächtig waren, erläuterte Chorleiter Roger Maschek den Text des einzigen englischsprachigen Liedes "Jesus is the Living Stone".
Am Ende des Konzertes bedankte sich Pfarrer Lau bei den Mitwirkenden der Geistlichen Abendmusik Erzgebirge. Er überreichte dem Chorleiter als besondere Geste des Dankes eine historische Zeichnung der Wehrkirche Großrückerswalde.
Es gibt viele Möglichkeiten, das Wort Gottes unter die Menschen zu bringen. Sowohl die Predigt, wie auch die vielfältigen Formen der Musik gehören konfessionsübergreifend dazu.

Die hier eingenommenen freiwilligen Spenden der Konzertbesucher waren zu gleichen Teilen für das Geläut der Wehrkirche sowie für die Co-Finanzierung der Reisekosten der Bezirksjugend zum Internationalen Jugendtag (IJT) der Neuapostolischen Kirche 2019 in Düsseldorf vorgesehen.

Das zweite, und damit insgesamt 29. Konzert fand fast schon traditionell in der gut besetzten Neuapostolischen Kirche in Olbernhau eine Woche später statt. Das Programm war im Wesentlichen unverändert und um zwei Beiträge mit Konzertharfe angereichert. Erneut gelang es den Darbietenden, das aufmerksame Publikum zu begeistern.
Die hier eingenommenen Spenden kamen komplett der NAK-Jugendarbeit des Kirchenbezirkes Chemnitz für die Teilnahme am Internationalen Jugendtag zugute. Der Bezirksjugendbeauftragte kann insgesamt über 550 Euro aus den Erlösen des diesjährigen GAM-Projektes verfügen.

Diese gemeindeübergreifende musikalische Arbeit, die von allen Beteiligten in jedem Jahr viel Engagement erfordert, ist in der heutigen Zeit nicht hoch genug einzuschätzen. So ist es lobenswert, dass es dem musikalischen Leiter Roger Maschek seit Jahren immer wieder gelingt, gute Sänger und Instrumentalisten für die Geistliche Abendmusik zu begeistern. Allen Aktiven sei dafür herzlich gedankt.

Neu Interessierte sind zu jedem Projektstart eines Jahres herzlich willkommen - gern auch über die Kirchenbezirksgrenzen hinaus. (Informationen per E-Mail von NAK.GAM.Info@gmx.de)