Gott ist auch im Kinderzimmer

Am 10. März 2019 erleben wir einen besonderen Vormittag – U6-Kindergottesdienst und anschließend Beisammensein in Seesen… Und am 31. März 2019 findet der U6-Kindergottesdienst in Wolfenbüttel statt.

Alle Kinder bringen ein selbstgebautes Haus aus Legosteinen oder Pappe mit. Zusammen mit einem riesigen rosa Prinzessinnenschloss und einem großen Bauernhof werden diese auf und vor einem kleinen Tisch aufgestellt, direkt neben dem als Altar hergerichteten Pult.

Ailina und Alena (unsere Puppen) beschauen das Schloss und die Häuser und erzählen, wer darin wohnt und wo die Menschen wohnen: in einem eigenen Haus, nur die Eltern und Kinder, oder in einem großen Wohnhaus mit vielen anderen Menschen. Auch Oma Blümchen, die nicht viel Geld hat und die sich immer freut, wenn ihr etwas Essen gebracht wird… Und für alle lässt Gott die Sonne scheinen (Alena leuchtet mit ihrer Taschenlampe von oben auf die Häuser). Mit einem Mal sehen Ailina und Alena hinten im Kirchraum den Fips sitzen (noch eine unserer Puppen). Der hat doch tatsächlich noch seine Schirmmütze auf und nur Turnschuhe an. Kann man so in den Gottesdienst gehen? Ja, man kann. Denn für Gott ist das egal, wie wir aussehen, wenn wir zu ihm kommen wollen.

Der Gottesdienst beginnt. Gemeinsames Singen zur Gitarre „Ja, Gott hat alle Kinder lieb…“ Jedes Kind wird in einer Strophe mit Namen begrüßt „Hallo…“. Keines wird vergessen.

Die Kinder sitzen auf kleinen Kinderstühlen oder Kissen direkt vorn, die Erwachsenen dahinter. Der Blick nach vorn ist ungewöhnlich, vielleicht sogar ein wenig befremdlich? – soll das die würdige Umgebung für einen Gottesdienst sein? Der Priester liest ein Wort aus der Bibel vor, kurz und knapp: „Jesus liebte Martha, und ihre Schwester und Lazarus.“ Der Priester erzählt von den Geschwistern in Bethanien und von Jesus, der sie so gern besucht. Wie selbstverständlich wechselt er den Platz, steht nun zwischen der bunten Stadt, dem Altar, den Kindern, spricht mit ihnen, nimmt sie wahr, hört zu, wenn sie etwas sagen wollen, geht auf sie ein, findet immer wieder den Faden zurück zu Jesus, der alle Menschen liebt. Es ist eine fröhliche Runde.

In Wolfenbüttel erzählt der Bezirksevangelist die Geschichte vom Besuch von Jesus bei Zachäus in Jericho. Für die Menschen in der Stadt ist Zachäus ein böser Mensch, aber Jesus weiß, dass auch Zachäus etwas Gutes in sich trägt. Und darüber muss sich Jesus mit ihm unterhalten. Weil Zachäus spürt, dass Jesus ihn liebhat, kann er auch seine Mitmenschen liebhaben und möchte sich bei ihnen entschuldigen.

Das Abendmahl ist etwas Besonderes. Der Priester und der Bezirksevangelist stehen erneut mitten zwischen Kindern und Erwachsenen. Sie gehen zu allen Kindern, teilen an sie das Abendmahl zuerst aus. Keines wird übersehen. Keines ist zu weit entfernt. Dann kommen die Erwachsenen.

Die Stunde endet unverhofft mit Licht in den Häusern: Alena freut sich: das ist wie Sonne im Bauch. Und Sonne – Wärme und Licht – sind hier, in der Kirche, mitten im Kinderzimmer.

Gott begegnet uns manchmal an ganz ungewöhnlichen und überraschenden Orten: Gott ist auch im Kinderzimmer!