In Gottes schönster Kirche

Freiluft-Jugendgottesdienst am 18. August in Oberjugel , eine historische Stätte

Textwort: Wie eng ist die Pforte und wie schmal der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind’s, die ihn finden!

(Matthäus 7/14)

Eingangslied: Wie lieblich ist es sonntags früh (GB113)

Am 9. August 1964 fand in Oberjugel der erste Freiluftgottesdienst für die Jugend im Ältestenbezirk Aue mit dem damaligen BÄ Köhler statt. In Erinnerung an dieses besondere Ereignis entstand die Idee an gleicher Stätte wieder einen Jugendgottesdienst durchzuführen. Am 18. August war es nun soweit. Eingeladen waren neben der Jugend auch interessierte Geschwister, welche bereits 1964 mit dabei waren.

In Analogie der Ereignisse zu 1964 war das Wetter im Vorfeld und auch am frühen Sonntagmorgen nicht wirklich freilufttauglich – aber die vielen Gebete wurden erhört und so lachte die Sonne schon bei der Ankunft der Geschwister durch die letzten Wolkenreste. Über 160 Geschwister und Gäste hatten sich aufgemacht, darunter auch 25 Geschwister, welche schon 1964 dabei waren. Der Jugendchor und die Bläser stimmten die Teilnehmer ein auf den Gottesdienst, welchem das gleiche Textwort und Eingangslied wie 1964 zu Grunde lag.

Vor der Verlesung des Textwortes fegte eine letzte kurze kräftige Sturmbö über die Wiese und brachte einige Notenständer und Teile des Altarschmuckes zu Fall – aber schnell war die Ordnung wiederhergestellt und der Gottesdienst konnte beginnen.

Unser BÄ Steinert diente uns zu dem Wort und machte auch auf die kleine Veränderung in der aktuellen Bibelübersetzung aufmerksam. Die einfache Aussage „und die Pforte ist eng und Weg schmal“ in der damaligen Bibelfassung ist jetzt stark gesteigert mit den Worten „Wie eng ist die Pforte … !“ Das führt zwangsläufig zu Fragen wie: Wirst du hindurchpassen oder musst du Ballast abwerfen; erscheint dir der Weg zu schmal, zu anstrengend – ist es nicht einfacher den bequemen Weg zu gehen. Fragen, welche man sich auf seinem Glaubensweg immer neu beantworten muss.

Noch zwei schöne Gedanke unseres BÄ: Ist man auf einer Wanderung sind von Zeit zu Zeit Wegweiser zu finden, an denen man sich orientieren kann. Um diese Wegweiser zu lesen, muss man einmal kurz stehenbleiben. Auf unserem Glaubensweg sind auch solche Wegweiser aufgestellt – die Gottesdienste; Zeit, einmal kurz innezuhalten und sich neu zu orientieren. Und manchmal erscheint einem die angegebene Richtung falsch zu sein – vermeintlich liegt das Ziel woanders – hier heißt es vertrauen. Unser himmlischer Vater weiß den Weg der sicher ans Ziel führt.

Unser BÄ Voigt ging in seinem Dienen nochmal auf die kurze Sturmbö am Beginn des Gottesdienstes ein und machte auf das Lied „Heil‘ger Geist, rausch mit Macht durch unsre Reih’n“ aufmerksam. Das Rauschen des Heiligen Geistes muss manchmal sehr kräftig sein, damit eigene Ansichten und Meinungen zu Bruch gehen oder beiseite gefegt werden, wenn sie unserem Glaubensziel im Wege stehen.      

Nach dem Gottesdienst war Zeit für Gespräche und Begegnungen, Bildtafeln mit historischen Fotos von 1964 führten zu manchem Schmunzeln und Rätseln und viele fleißige Hände bereiteten den Mittagsimbiss zu. Zum Abschluss fand noch eine kleine Podiumsdiskussion mit Teilnehmern des ersten Freiluftgottesdienstes und Jugendlichen statt. Im Mittelpunkt stand neben Erlebnisse und Anekdoten von damals auch die Gegenwart und die Gestaltung der Gemeinschaft hier und heute unter dem Motto „Was erwartest und wünschst du dir in der Gemeinschaft“. Besonders schön war der abschließende Gedanke und Wunsch einer jungen Glaubensschwester, dass die Aktivitäten der Jugend sich nicht nur auf Events und Freizeitgestaltung konzentrieren mögen. Das sind Höhepunkte - schön und durchaus wichtig. Aber der „Glaubensalltag“ mit all seinen Facetten -  Gottesdienstbesuch, Mitarbeit als Sänger, Bereitschaft als Amtsbruder zu dienen, Altarschmuck zu gestalten usw. – macht die Gemeinde aus. Das ist dann schon oft, vor allen in kleinen Gemeinden der schmale mühsame Weg, aber der Weg zu unserem Glaubensziel. 

So bleibt ein wunderschönes Erleben in Gottes schönster Kirche, mitten in der Natur, mitten in seiner Schöpfung in Erinnerung. Abschließend noch einmal Dank an alle die geplant, vorbereitet, gestaltet und aufgeräumt haben. Möge der himmlische Vater es Euch reich segnen.