Der Poetry Slam zum Thema "Gottesfurcht"

Während der Andacht für den Bezirk Hamburg-Ost trug Axel Vetter, einer der Bezirks-Jugendbetreuer, einen Poetry Slam vor. Eigentlich ist ein Poetry Slam eine moderne Form des Dichterwettstreites. Mittlerweile bezeichnet man im Netz so aber auch einzelne vorgetragene, selbstverfasste Texte. Hier der Text von Axel zum Nachlesen:

Gottesfurcht.

W a s   f ü r   e i n   W o r t .

Gottes Liebe, Gottes Gnade,

die sind geläufig.

 

Doch

 

Gottesfurcht:

Hat sie auch einen Ort?

 

Ich mein,

 

einen Ort,

in meinem Herzen,

 

kommt sie dort vor?

 

Einen Platz,

in meinem Alltag,

 

oder ist jedes Tor,

 

das ich im Leben durschreite,

ein weiterer Abschnitt,

 

ohne Gott,

 

an meiner Seite?!

 

Nein. Blödsinn.

Das ist nicht möglich.

 

Gott ist immer da,

für jede und jeden,

das ist doch wahr!

 

Oder ...?

 

Wozu also "Gottesfurcht"?

So ein kühler Begriff,

im Vergleich zur Liebe,

die mir so viel

sympatischer ist.

 

Oder der Gnade,

die ich absolut brauche.

 

Doch "Gottesfurcht"?

Brauch' ich die auch?

 

 

Das klingt so weit weg,

realitätsfern,

würd' ich fast sagen.

 

Ich mein,

lass mich Dich fragen:

 

"gottesfürchtig"

 

ist das ein Begriff,

der auf Dich zutrifft?

 

Schon mal davon bei Insta gelesen?

Ist es Thema bei Snapchat oder WhatsApp gewesen?

 

In der Schule, auf der Straße,

oder der Arbeit.

In der Uni oder zu Hause,

gibt es da Klarheit?!

Was "Gottesfurcht" bedeutet und ist.

 

Oder wird sie,

durch

Bedeutungslosigkeit,

eh nicht vermisst ...?!

 

Und sowieso:

Steht Furcht nicht im Widerspruch

zu jeglicher Liebe?

 

Wie fürchte ich Gott?

Von dem ich Liebe kriege ...?!

 

Denn:

Wovor ich mich fürchte,

da zieht's mich nicht hin,

nicht Liebe,

nur Angst,

kommt mir dann in den Sinn ...

 

Aber stop mal!

 

Vielleicht ist das ja der Punkt:

Angst macht krank,

und Furcht uns gesund!

 

Und

 

Gottesfurcht ist eher so zu verstehen,

dass sie uns hilft,

auf Gott zuzugehen.

 

Klar ist es dann nicht Furcht,

die uns heilt,

doch ein Zugang zu dem,

der Heilung zuteilt:

 

Gott.

 

Und so ist er da,

für jede und jeden.

Und das ist wahr.

Ja, das ist wahr.

 

Die Furcht vor Gott,

drückt also aus,

dass man vertraut,

auf Gott baut,

mit ihm rechnet,

im Hier und im Jetzt,

Gott zulässt,

und

seine Gegenwart schätzt.

 

Gottesfurcht,

übersteigt auch Respekt.

Gottesfurcht,

ist Anerkennung,

und dass man checkt:

Ja,

Gott ist so viel größer als ich.

Und auch noch gut!

So unbegreiflich für mich!

 

Gott fürchten ist Ehrfurcht,

die von Ängsten nichts weiß,

denn wer Gott fürchtet,

der liebt ihn zugleich.

 

Eine Furcht ohne Angst,

weil

Gott ist die Liebe.

 

Einen Gott ohne Zorn,

ohne schlagende Hiebe?

 

Das stimmt,

ganz sicherlich,

nicht.

Dann wär,

Gott lächerlich,

nicht?

 

Gott verabscheut die Sünde.

Er kann Böses nicht austehn'.

Angst, Zweifel, Gewalt,

einfach nicht hinsehn'!

 

Nein.

 

Gott sieht hin.

Er hat alles gesehn':

 

Ungerechtigkeiten,

Missbrauch,

Hass,

Mobbing

und

Folter,

Rache,

Rassismus,

und so weiter, so weiter ...

 

Gott ist zornig darüber!

Doch er ist auch Streiter.

 

Bestreiter des Bösen.

Er streitet für uns!

Pass auf,

das ist seine Kunst:

 

Er schlug seinen Sohn.

Er schlug nicht uns.

 

Das ist seine Größe:

Geschlagen ans Kreuz,

litt er für das Böse,

 

das auch in uns keimt,

ob wir wolln' oder nicht,

es oftmals erscheint,

ans Tageslicht bricht.

 

Geschlagen ans Kreuz:

Das ist seine Größe.

 

Für uns,

 

und

 

gegen

 

das Böse.

 

Ich weiß nicht, wie's Dir geht,

doch ich find das krass,

dass jemand sich selbst gibt,

und das Böse, den Hass,

 

- selbst den eigenen auf das Böse im Ganzen -

 

überwindet.

 

Und zeigt:

 

Es ist meine Liebe,

meine Liebe,

die bleibt.

 

Dadurch wird deutlich,

wie souverän Gott doch ist.

Er sich nicht ändert,

er ist, der er ist,

er war, der er war.

 

Sein Wort:

 

Sowohl "O"

also auch "A"

 

So wird er auch sein,

auf sein Wort ist Verlass,

wir könn' ihm vertraun',

drum:

 

- eh sie verblasst -

 

Lasst uns Gottesfurcht leben.

 

Denn mit dieser Furcht,

ist ein Versprechen gegeben.

 

Die Zusage Gottes:

 

I c h   h a b e   D i c h   l i e b .

 

Da ist nichts,

was es größeres gibt.

 

K o m m   z u   m i r ,

 

egal welche Sünde,

egal welche Last.

 

B l e i b   b e i   m i r ,

 

und Du hast nichts verpasst.

 

Doch fürchte mich auch,

das gehört mit dazu.

 

F ü r c h t e   m i c h

 

ja, lass es ruhig zu.

Dann kann ich Dir helfen.

 

Dann

bin ich

für Dich

größer als Du.

 

 

Gottesfurcht:

Ein Gebot, eine Empfehlung.

 

An Dich

und

an mich.

 

Was hast Du für 'ne Sicht?

 

Ich seh' es so,

dass mein Problem nicht allein,

in der Sünde besteht.

Viel mehr in meinem Ego,

das nicht zu Jesus geht.

 

Wie oft schon hat Jesus,

mich persönlich berührt?

Konkret. Liebevoll.

Dass meine Seele es spürt.

 

Und

 

 wie oft, hab' ich,

den Zugang verweigert?

 

Weil,

ich nicht vertraute.

 

Mein Segel

"Gottesfurcht"

hängend in Flaute.

 

Dabei tut es so gut,

wenn die Verbindung besteht!

Dann bin ich berührt,

es mir oftmals ergeht,

dass ich anfang' zu lachen,

aus reiner Freude.

 

Oder auch weine.

Weil's die Seele rührt.

Von Kopf,

bis in die Beine.

 

Dann fühl' ich mich frei.

Frei,

in und durch Christus.

 

Dann fällt's mir leichter.

Leichter,

zu entscheiden.

 

Das Richtige.

Nicht das und darum,

um

bewahrt zu bleiben.

 

Das ist ein gutes Gefühl.

Es gibt Jesus Raum.

 

Oft ist es auch schwierig,

und dann gilt's sich zu traun':

 

Wenn das Umfeld,

so ganz anders ist.

Gottes Gesetze,

oder gar Werte vermisst.

 

Doch Gott gibt mir Klarheit.

Gott macht mir Mut.

 

Denn wer Gott fürchtet,

der liebt ihn.

 

U n d   d a s   t u t   g u t .