Neues aus der Nordsee

Inselgemeinde erlebt Festgottesdienst und erhält neuen Gemeindevorsteher

Am 19. Juli 2020 besuchte Apostel Dirk Schulz die Gemeinde Norderney, eine der beiden zum Kirchenbezirk Emden gehörenden Inselgemeinden. Den Gottesdienst feierte er auf der Grundlage der Antwort des Gottessohnes auf die Frage nach dem höchsten Gebot im Gesetz, die im Matthäus-Evangelium im Kapitel 22, Verse 37 und 39 steht:

Jesus aber sprach zu ihm: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«. Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.

„Wer dieses Gebot beherzigt, hat alles im Leben richtig gemacht. Mehr muss man im Leben nicht erreicht haben“, egal wer oder was man ist, begann der Apostel die Predigt. Es gehe darum, ihn von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt und nicht nur ein bisschen zu lieben. So ausgerichtet kann man den Nächsten, der einem gegeben ist, nicht missachten. Der Nächste muss dann mit Augen der Liebe betrachtet werden, auch wenn einem sein Handeln nicht gefallen muss. Das schließt ein menschentypisches Einsortieren oder Klassifizieren aus. „Lasst uns bei diesen Ursprüngen, bei diesen Wurzeln unseres Glaubens, unseres Vertrauens zu Gott und unserem Nächsten bleiben, nämlich in der ersten Liebe, und wenn ich Gott wirklich liebe, dann werde ich mir die größte Mühe geben, auch meinen Nächsten zu lieben, sogar mich selbst lieb zu haben“, rief er auf.

Sich selbst zu lieben erscheine wohl leicht, ist jedoch für viele besonders schwer. Deshalb erinnerte er an das, „was Gott mit Dir begonnen hat. Er denkt nur gut über Dich. Er hat Dich hineingerufen in die Taufe, er hat Dich hineinberufen in die Heilige Versiegelung, er hat Dich hineingerufen in die Feier des Heiligen Abendmahls, immer wieder eröffnet er Dir den Zugang dazu und überhaupt, dass Du auf dieser Erde bist, hat nur mit ihm zu tun, mit seinem Willen. Das macht er nicht, wenn er Dich nicht mag.“ Auch wenn die Lebensumstände manchmal Dinge mit sich bringen, wo man sich vor sich selbst schäme, „nimm Dich so an, wie Du bist.“ Die Bereitschaft an sich selbst zu arbeiten, habe mit Liebe zu tun, erklärte er. Liebe erfordere, tätig zu sein.

Anhand des Gleichnisses vom Sämann ermunterte er die Gemeinde zum Arbeiten, ohne auf den Erfolg zu sehen. Das Evangelium soll verbreitet werden, für den Erfolg sei Gott zuständig. Er versicherte den versammelten sowie angeschlossenen Gläubigen, dass Gott selbst auch an jedem arbeite, dass selbstverständlich auch Corona ihn dabei nicht aufhalte und ermunterte zur Gelassenheit, weil Gott alles unter Kontrolle habe. Der Apostel rief in Erinnerung, dass der Tag des Herrn und die Wiederkunft Christi feststehe. Das werde der Tag des Jubelns und des Fröhlichseins.

Predigtbeiträge des Priesters Besel, als dem neuen Gemeindeleiter, sowie seinem Vorgänger, Bezirksevangelist Golembek, schlossen sich an, bevor Apostel Schulz zur Sündenvergebung kam. Dabei stellte er der Gemeinde die Bedingung vor Augen, dass man dafür ernsthaft bereuen und sich von dem, was nicht richtig war, abkehren muss. Dann vergebe uns Gott. Dies mache er gerne.

Nach der Feier des Heiligen Abendmahls, bei dem die Gläubigen die Hostie vom Apostel empfingen, vollzog er den Wechsel in der Gemeindeleitung für Norderney. Er dankte dem bisherigen Gemeindevorsteher für seine Bereitschaft, auf der Insel zu dienen und für alle in den Jahren geleistete Arbeit, bevor er den Priester Besel aus der Gemeinde Marienhafe-Norden damit beauftragte.