Wie eine Video-Andacht entsteht

Seit April und noch bis Ende August 2020 finden wöchentlich mittwochs um 19 Uhr Andachten im Bezirk Oldenburg statt, die per YouTube und Telefonübertragung live verfolgt werden können. Die hohe Teilnehmerzahl zeugt von der hohen Akzeptanz und verdeutlicht den Wunsch der Geschwister, trotz aller Corona-Einschränkungen wenn auch nur virtuell, aber doch eben das vertraute Gefühl einer inneren Verbindung zu Schwester und Bruder aus der Gemeinde, dem Bezirk zu haben. Aber wie entsteht so eine Andacht eigentlich? Werfen wir mal einen Blick hinter die Kulissen.

Bereits in der Woche vor der Übertragung werden die Beiträge für das Vorprogramm gesammelt. Diese werden von den Gemeindemitgliedern in Eigenregie erstellt. Aus diesem Pool an tollen Videoclips wird dann passend zum Andachtsthema eine bunte Mischung ausgewählt und wenn nötig noch nach bearbeitet.

Am Sonntag Mittag wird mit dem Aufbau des „Filmsets“ in der Gemeinde Delmenhorst-Bungerhof begonnen. Das Rednerpult wird an seinen Platz geschoben, Scheinwerfer für zusätzliches Licht aufgebaut, Stative für die Mikrophone und Kameras platziert – und in der Mitte der Tisch mit der Schaltzentrale: Mischpult, Laptops, Videomischer, Verteiler…

"Meister" über dieses Gewirr an Kabeln und Knöpfen sind zwei Brüder, die sich mit viel Eigeninitiative, Interesse und Engagement in dieses Thema eingearbeitet haben. Bereits vorhandenes eigenes Equipment wurde mit weiterer Technik ergänzt, sodass die Qualität der Andachten seit April stets verbessert werden konnte.

Zurück zum Ablauf: Anfang der Woche wird dann das Vorschaubild und der Link für die Andacht auf allen verfügbaren Kanälen wie facebook, instagram oder WhatsApp veröffentlicht und an ein breites Publikum gestreut. Am Montag- und Dienstagabend werden die Videos und Beiträge für das Vorprogramm, die Wechseleinspieler sowie der Abschluss zusammengestellt und geschnitten. Die Daten werden in den Onlinespeicher geladen, sodass beide Brüder jederzeit Zugriff darauf haben und letzte technische Absprachen werden getroffen. Am Mittwochabend genügt dann eine Vorlaufzeit von einer Stunde, um das finale Set aufzubauen, die technischen Geräte miteinander zu verkabeln und dem Durchführenden zur Seite zu stehen.

Ab da heißt es hoffen und beten, dass die Datenverbindung via Handy stabil bleibt und noch ausreichend Datenvolumen vorhanden ist, dass keine der Kameras ausfällt, der Ton einwandfrei abgenommen werden kann und am Videomischer zur richtigen Zeit die richtigen Knöpfe für die Einspieler gedrückt werden. Da beide Brüder zwar technisch versiert sind, sich aber ansonsten nur hobbymäßig mit Audio- und Videoverarbeitung beschäftigen, ist es großartig, was hier auf die Beine gestellt wurde. Da lässt sich dann auch locker über den ein oder anderen technischen Ausfall hinwegsehen.

Mittlerweile haben schon über ein Dutzend Amtsträger bis hin zum Bischof den ungewohnten Platz vor der Kamera eingenommen und sind „auf Sendung“ gegangen. Ein großer Dank an alle Engagierten, die möglich gemacht haben, dass uns Gottes Wort auch in diesem Format bis auf die Couch, an den Arbeitsplatz, in den Urlaub oder wohin auch immer gebracht wurde. Die Zukunft wird zeigen, ob und in welcher Weise ein solches oder ähnliches Format auch über die Corona-Beschränkungen weiter eingesetzt werden kann.