Mach dir keine Sorgen!

Am 15.November 2020 diente die Gemeinde Hamburg-Alstertal  als Austragungsort für einen Regionalgottesdienst, der in die gesamte Gebietskirche Nord– und Ostdeutschland über YouTube ausgestrahlt wurde.
Der Gottesdienst wurde von Priester Stefan Link (Vorsteher der Gemeinde Hamburg - Alstertal) und Dieter Krause (Vorsteher der Gemeinde Hamburg -  Eimsbüttel) gehalten . Schwester Anja Koy hat diesen Gottesdienst in die Gebärdensprache übersetzt.

Der musikalische Teil des Gottesdienstes wurde von Nadine Pauly (Sopran) und Matthias Palland (Klavier & Orgel) gestaltet. Zu Beginn des Gottesdienstes kam das schöne Lied "Shalom - der Friede sei mit dir!" zum Vortrag. Geschrieben und komponiert wurde es von Gisela Steil.
Von Dietrich Bonnhoeffer erklang das bekannte Lied "Von guten Mächten wunderbar geborgen"und am Ende des Gottesdienstes das Lied "Singt ein Lied von Gott".

Das Bibelwort für diesen Gottesdienst ist im 2. Korinther 5 Vers 10 nachzulesen:
„ Denn wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi, damit jeder seinen Lohn empfange für das, was er getan hat bei Lebzeiten, es sei gut oder böse.“

„Alle ZuhörerInnen mögen nach diesem Nachmittagsgottesdienst mit neuem Mut und neuer Hoffnung ausgerüstet in die kommenden Tage gehen“. Mit diesen Worten begann Priester Link den Gottesdienst. Er erläuterte aber auch sogleich, dass sich das nach dem ersten Lesen oder Hören des Textwortes als ein etwas schwieriges Unterfangen herausstellen könnte.

Alle Menschen müssen sich, so Priester Link, vor Gott verantworten und vor den in der Bibel beschriebenen Richterstuhl treten. Es gibt keinen Menschen, den Gott höher ansieht als den anderen. Vor Gott sind wir alle gleich.

Wenn wir Menschen vor Gott stehen und alles offenbar wird, so Priester Link, dann haben wir die Möglichkeit gemeinsam mit Gott unser Leben zu betrachten. Es geht nicht darum, dass uns unsere Fehler erneut vorgehalten werden - dafür ist Jesus schon für dich und mich ans Kreuz gegangen.

Es geht um unsere innere Einstellung, unseren Glauben und unser Vertrauen zu unserem himmlischen Vater. Das sind die Maßstäbe, mit denen Gott uns anschaut. Haben wir uns bemüht, Glauben an Gott zu behalten, dann brauchen wir, so Priester Link, keine Angst vor seinem Richterstuhl zu haben.

Dazu passt auch eine Begebenheit, die zur Vorbereitung auf das heilige Abendmahl vom Vorsteher erzählt wurde.

Vor einem amerikanischen Richter saß ein hochbetagter Mann, der angeklagt wurde in einer Zone mit Geschwindigkeitsbegrenzung zu schnell gefahren zu sein.
Dieser Richter besitzt die wunderbare Eigenschaft Angeklagte zu fragen, aus welchen Gründen sie dieses oder jenes getan haben. Diese Frage stellte er auch dem alten Mann, und der begründete sein Fehlverhalten damit, das er seinen krebskranken Sohn zur nächsten Chemotherapie fahren musste. Dabei sei ihm dieser Fahrfehler unterlaufen. Der Richter ließ die Anklage fallen.

Unser himmlischer Vater ist wie dieser Richter. Er schaut auf unsere innere Einstellung und ins Herz hinein. In seiner Geduld und Liebe vergibt er uns immer wieder neu.
Wir brauchen uns keine Sorgen zu machen, wenn wir vor IHN treten und mit IHM gemeinsam unser gelebtes Leben betrachten – ER kennt uns doch, und liebt uns so, wie wir sind.