Gemeinschaft

Füreinander da sein, miteinander teilen, einander zuhören und helfen: Eigentlich müssten Kirchengemeinden der Himmel auf Erden sein. Dass es auch dort allerdings nicht nur himmlisch zugeht, sondern mitunter auch sehr „irdisch“, war schon zu biblischen Zeiten nicht anders. Wo Gemeinde ist, menschelt es. Aber genau dort, wo es menschelt, sagt Gott: Ich bin dabei!

Geschwisterlich verbunden

Die Gemeinde ist die kleinste Einheit der Kirche. Näher dran am Menschen geht nicht. Dort spielt sich das „kirchliche Leben“ ab. Gerade neuapostolische Gemeinden sind davon geprägt, dass sich ihre Mitglieder eng und herzlich verbunden zeigen. Das drückt sich auch darin aus, dass man sich – wenn man nicht per du ist – immer mit „Schwester“ und „Bruder“ anspricht und gemeinsam als „Geschwister“ bezeichnet. Nicht zufällig heißt die offizielle Mitgliederzeitschrift der Kirche „Unsere Familie“. Man kennt sich. Anonym geht es eher selten zu. Ein solch familiärer Umgang hat Licht- und Schattenseiten. Im besten Fall finden die Gemeinden aber eine gute Balance zwischen Distanz und Nähe, so dass allen genug Luft zum Atmen bleibt.

Gemeinsam mit Gott – nicht nur im Gottesdienst

Im Mittelpunkt des kirchlichen Lebens stehen die Gottesdienste. Sie sind das Kernangebot der Gemeinden, hier geht es um das Wesentliche: Gemeinsam innehalten und spüren, dass man mit seinem Glauben nicht allein unterwegs ist. Gemeinsam singen, beten und gesegnet werden. Aus der Predigt Impulse für den Alltag mitnehmen. Und, nicht zuletzt: gemeinsam Abendmahl feiern. All das bedeutet für Christinnen und Christen nicht nur, Gemeinschaft miteinander zu haben, sondern vor allem auch mit Gott. „Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen“, lautet die Zusage Jesu.

Natürlich heißt Gemeindeleben nicht nur Gottesdienst. Es gibt Kinder- und Jugendtreffen, Seniorenkreise, Trauergruppen oder auch Gesprächskreise, die regelmäßig zusammenkommen. Viele Gemeinden sind in ihrem Umfeld außerdem sozial engagiert. Manchmal sind es aber auch gemeinsame Aktivitäten ohne großen Bezug zum Glauben. Allein die bloße Gemeinschaft stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl. Was sie auch zusammenführen mag: Christinnen und Christen wissen sich dabei von Gottes Segen begleitet.

Gemeinschaft lebt vom Mitmachen

Die meisten neuapostolischen Gemeinden sind eine bunte Mischung. Jung und Alt aus unterschiedlichen sozialen Schichten treffen aufeinander. Das liegt auch an den vielfältigen Möglichkeiten, sich am Gemeindeleben zu beteiligen. Vor allem musikalisch ist die Bandbreite groß. Es gibt Gemeindechöre und oft auch Instrumentalensembles. Gerade in diesem Bereich setzt die Kirche auch gezielt auf Nachwuchsförderung [LINK zu: Musik]. Andere übernehmen Verantwortung als Lehrkräfte im Religionsunterricht oder als Jugendleiterinnen und -leiter. Für ihr kirchliches Engagement opfern viele unentgeltlich einen erheblichen Teil ihrer Freizeit. Auch die Seelsorger der Gemeinde leisten ihren Dienst ehrenamtlich.

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Inklusive Gemeinden als Ziel

„Eine Kirche, in der sich Menschen wohlfühlen“, will die Neuapostolische Kirche sein. So hat sie es in der Vision ihres Leitbilds formuliert. Auch Menschen mit Behinderung sollen uneingeschränkt am Gemeindeleben teilhaben können. Alle sollen dabei sein, alle sollen sich wohlfühlen. Das ist ein Anspruch, der nur dann eingelöst werden kann, wenn eine Gemeinde sich inklusiv weiterentwickelt. Sie muss sich dafür völlig neu selbst betrachten: Was bedeutet es, wenn alle in gleicher Weise dazugehören sollen? Was muss sich dafür organisatorisch, baulich oder sprachlich ändern? Wie sollten alle miteinander umgehen?

Die Kirche unterstützt ihre Gemeinden dabei. Sie setzt sich dafür ein, dass Barrieren aller Art – nicht zuletzt die baulichen – nach und nach abgebaut werden. Außerdem soll der Erfahrungsaustausch zwischen den Gemeinden gefördert werden. Menschen mit Behinderung und deren Angehörige können sich an die Kirche wenden.