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Seelsorge

Wenn es um Seelsorge geht, denken viele an Krisensituationen. Menschen am Unfallort müssen den Tod von Angehörigen verkraften. Eine düstere Diagnose stellt das eigene Leben infrage. Arbeitslosigkeit bedroht die Existenz der Familie. Seelsorgende sind oft im Noteinsatz. Doch auch ohne Not kann ein reflektierendes Gespräch über die eigene Lebenssituation, über Glauben und Zweifeln, guttun. Es ist auch ein Stück Vorsorge, um für kommende Krisen gerüstet zu sein.

Seelsorgebesuche

In der Neuapostolischen Kirche haben Seelsorge-Gespräche eine lange Tradition. Sie sind das wichtigste Seelsorgeangebot neben den Gottesdiensten. Wer es wünscht, kann regelmäßig von seinen Seelsorgern aus der Gemeinde besucht werden, um mit ihnen im wahrsten Sinne des Wortes über Gott und die Welt zu sprechen: über Glaubensfragen ebenso wie über das, was im Alltag bewegt und belastet. Glauben und Leben gehören zusammen. Die Priester und Diakone sind geschult, um zuzuhören und Gedankenanstöße zu geben.

Nicht zuletzt die Zeit der Pandemie hat aber gezeigt, dass Seelsorge nicht zwingend ein Gespräch sein muss, bei dem man sich gegenübersitzt. Manchmal ist es auch nur ein Telefonat zwischendurch, ein Videochat oder ein kurzer Wortwechsel per Messenger. Zwar kann ein Chat kaum ein intensives persönliches Gespräch ersetzen, dafür aber in Situationen punktgenaue Seelsorge leisten, bei denen es auf anderen Wegen nicht möglich ist. Es sind eigenständige Seelsorgemöglichkeiten, die nicht in Konkurrenz zueinanderstehen, sondern sich ergänzen.

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Seelsorge als Aufgabe für die ganze Gemeinde

Einerseits sind für Seelsorge in der Kirche die Amtsträger zuständig. In einem erweiterten Sinn gilt die Aufforderung Seelsorge zu praktizieren aber allen in der Kirche. Es ist eine Aufgabe für die ganze Gemeinde. „Ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir zu trinken gegeben“, zählt Jesus auf und stellt sich an die Seite der Bedürftigen: Was immer auch Menschen anderen Menschen an Gutem zuteilwerden lassen, Gott nimmt es persönlich – im besten Sinne. Besonders ältere Gemeindemitglieder sind seelsorgebedürftig. Bei ihnen tritt zu manchen körperlichen Beschwerden auch noch das Gefühl des Alleinseins. Sich zu ihnen setzen, sie erzählen lassen oder gemeinsam über den Glauben sprechen ist ebenfalls wichtige Seelsorgearbeit.

Seelsorge für Kranke, Sterbende und Trauernde

Seelsorge ist auch am Krankenbett möglich, nicht nur zuhause, auch in der Klinik. Gerade dann, wenn Angst vor einer Operation da ist oder Schmerzen unerträglich werden, braucht es vielleicht nicht viele Worte. Aber ein Gebet kann Kraft spenden – das Fühlen, dass Gott gerade dann da ist, wenn sich das Leben an einem Tiefpunkt befindet. Wenn es möglich ist, kann der Priester auch mit Kranken Heiliges Abendmahl feiern. In diesem kleinsten Kreis gefeiert, schlägt es auch eine Brücke zur Gemeinde, mit der man es nun nicht gemeinsam feiern kann. Es ist ein Stück Verbundenheit, wo gerade keine Gemeinschaft möglich ist.

Auch dort, wo ein Lebensweg zu Ende geht, können Seelsorger Wegbegleiter sein – sowohl für diejenigen, die dabei sind, ihre letzten Schritte zu gehen als auch für die, die zurückbleiben.

Gläubige, die nur eingeschränkt oder gar nicht besucht werden können, wie etwa Seeleute, Soldatinnen und Soldaten oder Inhaftierte, erhalten Seelsorge-Gedanken per Brief, wenn sie es wünschen.

Hilfe bei sexuellem Missbrauch oder Gewalt

Menschen, die in der Kirche Missbrauch, sexualisierte Gewalt oder übergriffiges Verhalten erleben, rät die Kirche, dies unbedingt zu melden.

Die Neuapostolische Kirche Nord- und Ostdeutschland hat dafür ein Gremium eingerichtet, deren Mitglieder jederzeit kontaktiert werden können. Sie geben Ratsuchenden konkrete Hilfestellung und beraten gleichzeitig die Kirchenleitung bei Konsequenzen, die sich aus gemeldeten Vorfällen ergeben.

Thorsten Beutz
Bischof

verheiratet, fünf Kinder, Jahrgang 1962, Wohnort: Wilhelmshaven

Beruflicher Hintergrund: Ausbildung zum technischen Zeichner, später Bundesbeamter im Bereich Wehrtechnik, seit Anfang 2012 hauptberuflich für die Kirche in Hamburg tätig

Telefon: 0163 25 43 50 8, E-Mail: t.beutz@nak-nordost.de

Andrea Häger
Dipl.-Psychologin, Weiterbildung zur Psychologischen Psychotherapeutin

verheiratet, zwei Kinder, Jahrgang 1972, Gemeinde: Bremen-Lesum

Beruflicher Hintergrund: arbeitet in einer psychiatrischen Klinik, in der unter anderem Patienten behandelt werden, die an Depressionen beziehungsweise psychotischen Erkrankungen leiden

E-Mail: a.haeger@nak-nordost.de

Mathias Häger
Rechtsanwalt

verheiratet, zwei Kinder, Jahrgang 1964, Gemeinde: Bremen-Lesum

Beruflicher Hintergrund: selbständiger Rechtsanwalt mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung, langjährige seelsorgerische Erfahrung als Priester, seit 2010 auch als Gemeindevorsteher

E-Mail: m.haeger@nak-nordost.de

Ana-Lena Mangels
B.Sc. Psychologie

verheiratet, Jahrgang 1987, Gemeinde: Bremerhaven

Beruflicher Hintergrund: Tätigkeit im psychologischen Dienst einer Einrichtung für psychisch, geistig und körperlich Beeinträchtigte; vorher Erfahrungen in verschiedenen Kliniken

E-Mail: a.mangels@nak-nordost.de

Franziska Winkler
Dipl.-Psychologin, Psychologische Psychotherapeutin

verheiratet, Jahrgang 1980, Gemeinde: Hamburg-Sinstorf

Beruflicher Hintergrund: führt Einzel- und Gruppentherapien im ambulanten Rahmen durch (Schwerpunkt: Verhaltenstherapie), zuvor tätig in einer psychosomatischen Rehaklinik und in der Akutpsychiatrie

E-Mail: f.winkler@nak-nordost.de

Informationen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Gewalt bietet das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.