Kirche

Die neuapostolischen Gemeinden sind so bunt und lebendig wie die Gesellschaft um sie herum. Kleine Gemeinden mit kaum einem Dutzend Gläubigen findet man weltweit ebenso wie große, in denen sich sonntags mehrere hundert Menschen zum Gottesdienst versammeln. Insgesamt hat die Neuapostolische Kirche mehr als neun Millionen Mitglieder. Die weitaus meisten von ihnen – nahezu acht Millionen – leben in Afrika. In Deutschland sind es etwa 315.000 neuapostolische Christinnen und Christen. Damit ist die Kirche hier neben der Katholischen Kirche, der Evangelischen Kirche und den orthodoxen Kirchen die viertgrößte christliche Konfession. Seit 2019 ist die Neuapostolische Kirche Gastmitglied in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) und damit Teil der Ökumene.

Stammapostel Jean-Luc Schneider ©

Körperschaften des öffentlichen Rechts (K.d.ö.R.)

Der Name der Kirche verrät, dass in ihr nicht nur die biblischen Apostel eine besondere Rolle spielen. Die führenden Geistlichen der Neuapostolischen Kirche sind Apostel. Geleitet wird sie vom Stammapostel. Seit 2013 hat der Franzose Jean-Luc Schneider dieses Amt inne. Unterhalb des Apostelamts folgen in der Hierarchie der Kirche die Priester und Diakone, die in den Kirchenbezirken und Gemeinden tätig sind. Sie versehen ihren Dienst allesamt ehrenamtlich. Nur die Apostel sind hauptamtliche, also von der Kirche bezahlte Geistliche.

Organisatorisch ist die Kirche in 14 Bereiche aufgeteilt, die von den Bezirksaposteln geleitet werden. Juristisch gliedert sie sich in rechtlich selbständige Gebietskirchen, die oft ein Staatsgebiet umfassen, manchmal aber auch nur Teile davon.

Alle deutschen Gebietskirchen sind Körperschaften des öffentlichen Rechts (K.d.ö.R.). Ermöglicht wird dies durch das Grundgesetz, das in Artikel 9 auf Artikel 137 der Weimarer Reichsverfassung von 1919 verweist. Dort ist geregelt, dass Religionsgemeinschaften der Körperschaftsstatus verliehen werden kann. Mit ihm sind Privilegien verbunden wie etwa Steuervergünstigungen. Die Neuapostolische Kirche hätte beispielsweise auch das Recht, eine Kirchensteuer zu erheben, verzichtet aber darauf.

Neuapostolische Kirche Nord- und Ostddeutschland

Die Neuapostolische Kirche Nord- und Ostdeutschland entstand durch die Fusion mehrerer kleinerer Gebietskirchen in den vergangenen Jahren. Zuletzt schloss sie sich im Mai 2022 mit der Gebietskirche Berlin-Brandenburg zusammen. Insgesamt hat die Neuapostolische Kirche Nord- und Ostdeutschland rund 105.000 Mitglieder und ist damit in etwa genau so groß wie die Gebietskirchen Westdeutschland und Süddeutschland.

Zur Gebietskirche Nord- und Ostdeutschland gehören rund 450 Gemeinden in den Bundesländern Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Hamburg, Bremen, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Brandenburg, Berlin und Thüringen. Sie sind in 37 Kirchenbezirken organisiert. Rund 4.280 ehrenamtliche Amtsträger sind in den Gemeinden tätig.

Von Deutschland aus werden auch weitere Gemeinden im Ausland betreut, und zwar in Belarus, Dänemark, Estland, Finnland, Grönland, Großbritannien, Insel Man, Irland, Island, Kasachstan, Kirgisistan, Mongolei, Norwegen, Polen, Russland, Schweden, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan.

Verfassung

Rechtliche Grundlage der neuapostolischen Gebietskirchen in Deutschland ist ihre jeweilige Verfassung. Inhaltlich unterscheiden sie sich nicht. Die Verfassung der Neuapostolischen Kirche Nord- und Ostdeutschland finden Sie hier.

 

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